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Der Tambour/Ausgabe 1977 05

Aus Stabführer.de

Dies ist die originale Wiedergabe der entsprechenden Einzel-Ausgabe von „der tambour“ zum Zweck der einfachen Durchsuchbarkeit. Aus archivarischen Gründen wurde bewusst darauf verzichtet, Wortlaute zu ändern. Für die Inhalte sind die entsprechenden Original-Autoren verantwortlich. Ansichten, Meinungen oder Aufrufe spiegeln die damaligen Gegebenheiten wider und nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers!

Juli 1977
Nummer: 5/77
Erschienen: 07/1977
Jahrgang: 10
Seiten: 8
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Seite 1

HEUTE AUF SEITE

3 Trainingsleistungen verbreiten Optimismus für Festtage des Sports
4 Pflichtrepertoire aller Klassen für Wettkampfjahr 1978
6 Patenbetriebe des Übungsverbandes kurz vorgestellt

Test auf Herz und Nieren

Über 800 Fanfarenbläser und Hochtrommler des Teilverbandes Fanfaren unterzogen sich bei einem einwöchigen Lehrgang im Mai in Rerik einem Test auf Herz und Nieren, bevor sie nun in Leipzig im zentralen Vorbereitungslager den „letzten Schliff“ für die Musikschau und Musikparade des „VI.“ erhalten. Das Niveau in diesem Teilverband war außerordentlich erfreulich, auf jeden Fall besser, als man in dieser Vorbereitungsphase erwarten durfte. Dies ist vor allem auf die enorme Leistungsbereitschaft und die Begeisterung der Sportlerinnen und Sportler zurückzuführen. Zu einem Höhepunkt besonderer Art im 60. Jahr des Roten Oktober gestaltete sich ein Auftritt in der sowjetischen Garnison. Die begeistert aufgenommenen Darbietungen des Teilverbandes und die gemeinsamen Stunden mit den Sowjetischen Freunden führten zu einer weiteren Einladung, der mit großer Freude nachgekommen wurde.

Das „VI.“ beginne, wir sind bestens vorbereitet

DIE SPIELLEUTE prägen bereits wieder das Leipziger Stadtbild, zwei Wochen vor Beginn desVI. Turn- und Sportfestes und der VI. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR. Dieses Foto freilich wurde vor acht Jahren beim „V.“ aufgenommen, als die Spielleute des DTSB der DDR mit ihrer schmucken Kleidung attraktive Farbtupfer setzten. Hier bläst Petra vor dem Hauptpostamt am Karl-Marx-Platz im Zentrum der Turnfeststadt kräftig in die Fanfare.

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„tambour“-Interview

mit Rolf Lorenz, Leiter des Gestalterkollektivs des Übungsverbandes Musikschau

Die Trainingsleistungen verbreiten Optimismus

  • Rolf Lorenz, die Trainingslager der Teilverbände Fanfaren und Nachwuchs fanden in Rerik beziehungsweise in Leipzig statt. Wie läßt sich der Leistungsstand dieser Kollektive jetzt beurteilen?

„Grundsätzlich muß man sagen, daß überall eine sehr gute Arbeit geleistet wurde, die Spielleute mit Hingabe und persönlichem Engagement bei der Sache waren. Das Niveau insgesamt stimmt uns durchaus optimistisch. Für das zentrale Vorbereitungslager ab 11. Juli in der Turnfeststadt ist eine günstige Ausgangsposition geschaffen.”

  • Die Kollektive der beiden Teilverbände waren bereits mit einem soliden Ausbildungsstand in die Trainingslager angereist?

„Dieses Lob muß das Gestalterkollektiv unbedingt aussprechen. Schwächen gab es noch im Beherrschen des Repertoires bei den Nachwuchs-Spielleuten von Traktor Luisenthal. Choreographisch waren wir rundum mit dem Dargebotenen zufrieden. Begeistert nahmen die jungen Musikanten die Bewegungsabläufe auf und boten den Schaulustigen einen ersten Effekt unserer Übung.“

  • Und die Fanfaren?

„Hier hatte das Trainingslager zwei Aufgaben zu erfüllen. Die Aktiven mußten das Programm für die Musikschau und die Musikparade intensiv proben. Dabei verblüffte es uns alle, welchen Leistungsstand die Bläser bereits erreicht haben. Wie die Nachwuchsspielleute vermochten auch die Fanfarenzüge einen choreographischen Vorlauf zu erarbeiten, der uns beim Einstudierungsprozeß im zentralen Lager sehr zustatten kommt, wenn es dann den letzten Schliff geben wird.“

  • Was für Probleme traten in Rerik und auch in Leipzig auf?

„Anstoß nahm das Gestalterkollektiv an der Haltung der Instrumente. Hier fehlte die Synchronisation. Wenn wir es schaffen, diesen Fehler noch abzustellen, demonstrieren wir nicht nur gutes Spiel, sondern auch Exaktheit und hohe Disziplin, was ja für den Gesamteindruck wesentlich ist. Die Tamboure müssen ihr Temperament noch zügeln, indem sie das Gesamtrepertoire in der Dynamik eine Lautstärke leiser trommeln.“

  • Die umfangreiche Vorarbeit für die Musikschau und die Musikparade ist nun im wesentlichen abgeschlossen?

„Eine langfristige Planung der vielfältigen Aufgaben war der Grundstein, der bereits 1974 gelegt wurde. Viele Ideen wurden geboren, abgewogen, wieder verworfen, koordiniert und schließlich verwirklicht. Nicht alles war indes im Endeffekt realisierbar. Neue Gedanken können Fehler beinhalten, die man erst sehr spät erkennt. Sie schleichen sich ein und sind praktisch erst zu den Bezirksmeisterschaften sichtbar. Diese Tests bleiben ungeheuer wichtig, da sie uns zeigen, ob einzelne Passagen spielbar sind oder nicht. Ein Dank gebührt den Aktiven, die einen Teil des Repertoires bei den Bezirksmeisterschaften des Vorjahres darboten und so günstige Möglichkeiten für Korrekturen schufen.“

  • Läßt sich der Aufwand in etwa deutlich machen, der allein für die Entstehung des Repertoires der Musikschau und Musikparade erforderlich war?

„In Stunden kann man dies sicher nicht ausdrücken. In mühevoller Kleinarbeit entstanden auf einem Steckbrett die ersten Entwürfe einer Choreographie. Wer zählt die Wochenenden, nennt die Namen jener, die Ideen erprobten, bevor sie in die Gesamtkonzeption aufgenommen werden konnten. Allein 128 Zeichnungen waren notwendig. Die Schreibmaschinenseiten aneinandergelegt, die voll beschrieben werden mußten, ergeben eine Strecke von über 200 Meter. Das Gestalterkollektiv leistete tatsächlich Enormes.“

  • Wie ist dann zum „VI.“ die Aufteilung der Mitwirkenden?

„In der Musikschau wirken 756 Nachwuchsspielleute, 879 Erwachsene, 209 Mädchen, 448 Fanfarenbläser, 40 Solofanfarenbläser und weitere 350 Blasmusiker mit. Die Musikparade gestalten 510 Spielleute, 731 Fanfarenbläser, 255 Schalmeien- und 255 Blasmusiker.“

  • Die Teilnehmer der Musikparade müssen auf ihren Auftritt am längsten warten...

„So ist es. Die Musikparade wird ja bekanntlich eines der sieben Bilder der großen Abschlußveranstaltung am 31. Juli im Zentralstadion gestalten. Unmittelbar danach klingt das ‚VI.‘ aus. Die Musikschau dagegen wird in der Sportschau des DTSB der DDR am 29., 30. und 31. Juli gezeigt. Und dann natürlich der gemeinsame Auftritt mit dem Sportfestverband der FDJ innerhalb des Finales.“

  • In den Übungskompositionen ist vom Dirigieren und Taktieren die Rede?

„Der Leipziger Bodo Clauss dirigiert die gesamte Musikschau von einem erhöhten Podest unmittelbar vor dem Orchester. Taktieren wird der Roßlauer Ede Kubitza von der Zuschauertribüne aus, damit der Rhythmus auch noch von den entfernteren Spielleuten abzunehmen ist. Für ein einheitliches Auf- und Abnehmen der Instrumente sowie für den richtigen Einsatz der Teile sorgt Rolf Fräderich aus Brandenburg aus ähnlicher Position.“

  • Und in der Musikparade?

„Hier wird überwiegend das Spiel von Stabführern vor den Blockformationen geleitet.“

  • In der Vorbereitung der Musikschau der X. Weltfestspiele in Berlin gab es viel Wartezeit der einzelnen Formationen auf dem Trainingsplatz. Hat sich hier etwas geändert?

„Ich glaube schon. Auf dem Haupttrainingsplatz, der Nonnenwiese, werden anfangs Bewegungsabläufe der einzelnen Genres (Blockformationen) ge-

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Herausgeber: Zentrale Spielleutekommission im DTSB der DDR, Berlin — Verantwortlicher Redakteur: Günther Gießler — Veröffentlicht unter der Lizenz-Nr. 698 des Presseamtes beim Vorsitzenden des Ministerrates der DDR — Satz und Druck: VEB Verlagsdruckerei Typodruck - Schaubek, Bereich Döbeln III-8-4

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