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Der Tambour/Ausgabe 1977 03: Unterschied zwischen den Versionen

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=== Wir berichten von der Aktivtagung des Übungsverbandes Musikschau ===
==== ... Bewegungsabläufe ====
Fortsetzung von Seite 6
[[Datei:DerTambour1977-3-7-1.png|mini|'''ZU EHREN DES ROTEN OKTOBER''' wollen alle besondere Leistungen erzielen, wir Spielleute ebenso wie die Mitwirkenden desÜbungsverbandes Osttribüne. Foto: Pullwitt
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nungsveranstaltungen der Spartakiadewettbewerbe haben.
Der Mittwoch dieser Festwoche wird von der Fahnenweihe im festlichen Zeremoniell auf dem Leipziger Markt geprägt. Zwei Spielleuteformationen aus dem Teilverband Erwachsene Musikparade und dem Teilverband Nachwuchs II nehmen daran teil. Eine Solo-Fanfarengruppe mit 100 Mitwirkenden gibt den Auftakt zu diesem feierlichen Akt. Am Donnerstag und Freitag stehen die letzten Vorbereitungen zur großen Sportschau im Mittelpunkt unseres Übungsverbandes. Am Abend des 30. Juli demonstriert die Sportjugend unserer Republik vor den Repräsentanten der DDR und den Gästen der Turnfeststadt sportlichen Ehrgeiz, Kampfkraft und hohes sozialistisches Bewußtsein im großen Festzug, angeführt von Klangkörpern des DTSB der DDR, der BMK und der NVA.
Eine ganz besondere Ehre wurde uns Spielleuten zuteil. Mit einem Block von 250 Aktiven dürfen wir mit dem Hornmarsch „Frohe Klänge“ den Festzug anführen. Nur die Besten werden wir für diese Auszeichnung berufen. Insgesamt gestalten elf Klangkörper unseres Übungsverbandes den Umzug mit, wobei zwei weitere in Reserve bleiben, die noch keinen Platz im Festumzug haben.
Letzter Tag des „VI.“ und zugleich Höhepunkt wird Sonntag, der 31. Juli sein. 14 Uhr findet im Zentralstadion nochmals die Sportschau statt und am Abend zeigen wir im Stadion der 100 000 die Musikparade in einer großflächigen Choreographie in der um 21 Uhr beginnenden feierlichen Abschlußveranstaltung.
Das Fest beschließen wird das gemeinsame Finale von 700 Nachwuchsspielleuten, 300 Fanfarenbläsern und dem zentralen Mädchenspielmannszug sowie dem zentralen Musikkorps und den Bezirksmusikkorps der FDJ. Mit diesem Höhepunkt, das große Finale wird aus sieben Bildern bestehen, und einem sicherlich eindrucksvollen Feuerwerk enden das VI. Turn- und Sportfest und die VI. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR.
==== Einheit Pädagogik eifern nun viele nach ====
'''Aus dem Diskussionsbeitrag von Karin Staadt, FDJ- Beauftragte des Übungsverbandes Musikschau'''
In meinem Diskussionsbeitrag als FDJ-Beauftragte des Übungsverbandes Musikschau möchte ich auf einige Probleme der politisch-ideologischen Arbeit in den FDJ- und Pionieraktivs eingehen. Die Teilverbände Nachwuchs, Mädchen und Fanfaren, die um die Ehrennamen „Fritz Weineck“, „Katja Niederkirchner“ bzw. „Artur Becker“ kämpfen, machten in letzter Zeit die größten Fortschritte. Hier gibt es viele gute Erfahrungen zu übermitteln.
Besondere Aktivitäten gab es bei der Bildung von FDJ- und Pionieraktivs von den Leitern dieser Teilverbände. Worauf konzentrierten sich die Jugendfreunde vor allem? Hier müßte man die Prüfungen für das Abzeichen „Für gutes Wissen“ in einer der drei Stufen nennen, aber auch das Sportabzeichen in Bronze, für das viele die fünf Bedingungen bereits erfüllt haben, oder die zahlreichen Aktivitäten auf geistig-kulturellem Gebiet.
Genosse Günter Böhme, Sekretär des FDJ-Zentralrates, erläuterte uns bei einem Wochenendlehrgang vom 15. bis 17. April nochmals die wichtigsten Aufgaben. Danach konzentrieren wir uns im Kampf um den Ehrenwimpel des Zentralrates der FDJ auf folgende Aufgaben:
* Die Einsatzbereitschaft und das künstlerische Niveau jedes jungen Spielmannes muß auf jenes Format gesteigert werden, das zum „VI.“ nur ausgezeichnete Leistungen in musikalischer und choreographischer Hinsicht zuläßt.
* Die Ordnung und Disziplin müssen weiter verbessert und das Kollektivbewußtsein und kollektive Handeln erhöht werden.
* Die regelmäßige Teilnahme an den Übungsstunden sind Ehrensache für jedes Mitglied unseres sozialistischen Jugendverbandes und der Pionierorgamisation.
Alle FDJ- und Pionieraktivs des Übungsverbandes Musikschau nehmen am Kampf um den Ehrenwimpel des FDJ-Zentralrates teil und haben ganz konkrete, abrechenbare Programme erarbeitet. Vorbildlich sind hier vor allem die Kollektive von Einheit Pädagogik Leipzig, vom Walzwerk Hettstedt und von Stahl Brandenburg. Dort haben sich folgende Wettbewerbsprinzipien bewährt:
* Regelmäßige Teilnahme am Pionierzirkel bzw. FDJ-Studienjahr, um die Kenntnisse um die komplizierten gesellschaftlichen Zusammenhänge weiter zu vertiefen.
* Führung des täglichen aktuell-politischen Gesprächs.
* Die Arbeit mit persönlichen Aufträgen.
* Gestaltung eines regen geistig-kulturellen Lebens. Hier geht es um Besuche von Kultur- und Gedenkstätten, dem engen Kontakt zu einer Patenbrigade, der regelmäßigen sportlichen Betätigung mit der Erfüllung der Bedingungen des Sportabzeichens und dem Laufen der Turnfestmeile, aber natürlich auch um das Organisieren von Tanzveranstaltungen.
Die Auswertung des Wettbewerbes erfolgt in erster Linie in den Trainingslagern. Die besten zehn Mitglieder des Jugendverbandes und der Pionierorganisation unseres Übungsverbandes erhalten ein Mandat zur Teilnahme am Freundschaftszug in die Sowjetunion vom 8. Dezember bis 16. Dezember 1977. Wir meinen, daß der Wettbewerb um den Ehrenwimpel allen Ansporn ist, ihre Leistungen weiter zu verbessern.
Ich möchte die heutige Funktionärskonferenz nutzen, das erste Kollektiv unseres Übungsverbandes mit dem Ehrenwimpel des FDJ-Zentralrates auszuzeichnen. Es ist das FDJ-Aktiv der BSG Einheit Pädagogik Leipzig. Diese Spielleute haben mit einem abrechenbaren, anspruchsvollen Wettbewerbsprogramm vielfältige Initiativen zur Beherrschung der Sportfestmusik entwickelt, die politische Arbeit verbessert, im sportlichen Leben des Fanfarenzuges und auch in der geistig-kulturellen Betätigung erhebliche Fortschritte gemacht. Dazu unseren herzlichen Glückwunsch.
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=== Wir berichten von der Aktiviagung des Übungsverbandes Musikschau ===
==== Auf acht Spielleute kommt ein Übungsleiter ====
'''Aus dem Diskussionsbeitrag von Rolf Wittsack, Stellvertreter des Vorsitzenden des DTSB-Bezirksvorstandes Halle'''
Als wir 1975 mit den Vorbereitungen auf das „VI.“ in Halle begannen, wurde vom DTSB-Bezirksvorstand und vom BFA Spielleute ein Maßnahmeplan erarbeitet, der in seinen wichtigsten Punkten praktisch die Aufgaben bis hin zum Turn- und Sportfest enthält. In den Sekretariatssitzungen des DTSB-Bezirksvorstandes legte der BFA-Vorsitzende regelmäßig Rechenschaft über den Erfüllungsstand ab. Heute nehmen 29 von 31 Kollektiven mit einem eigenen Programm am Wettbewerb teil. Darunter natürlich alle 22 für Leipzig berufenen Züge.
Die Wettbewerbsprogramme wurden von den Kollektiven nach dem IX. Parteitag der SED überarbeitet und den neuen, anspruchsvollen Aufgaben angepaßt. Hier wird das gewachsene Bewußtsein der Spielleute unseres Bezirkes deutlich, aber auch die Einflußnahme der Parteigruppen und FDJ-Aktivs. Welche Initiativen gerade der Wettbewerb bei unseren Spielleuten ausgelöst hat, zeigt sich am Abschneiden im Republikmaßstab. Die zweite und dritte Etappe gewann der Bezirk Halle und liegt auch vor Abschluß der letzten knapp in Führung. Wir sind überzeugt, daß unsere Kollektive und der BFA Spielleute alles daran setzen werden, um das Wettbewerbsbanner in Leipzig endgültig in ihren Besitz zu bringen. In einer Grußadresse an Werner Felfe, Mitglied des Politbüros des ZK der SED und 1. Sekretär der Bezirksleitung Halle, haben die Hallenser Spielleute versprochen, alles zum Gewinn des Wettbewerbsbanners zu tun.
In der musikalisch-technischen Vorbereitung werden wir eine endgültige Beurteilung des Vorbereitungsstandes zwar erst nach den Bezirksmeisterschaften in Bernburg abgeben können, da wir dort erstmals alle Genres zusammen haben, aber die in Halle durchgeführte Bezirksprobe stimmt uns jetzt schon zuversichtlich, daß die Züge unseres Bezirkes sehr gut vorbereitet nach Leipzig reisen werden.
Nach der Übergabe eines Tonbandes mit der gesamten Festmusik an jedes nominierte Kollektiv wird es noch besser gelingen, die Musik in Tempi und Betonung vollkommen zu beherrschen, zumal wir in unserem Bezirk eine Vielzahl erfahrener Übungsleiter besitzen. Kommt im Durchschnitt in unserer Republik auf 17 Spielleute ein Übungsleiter, so ist dieses Verhältnis im Bezirk Halle sogar 8 : 1. Hier liegt ohne Frage einer der Hauptgründe für die hohen Leistungen der Spielleute aus dem Chemiebezirk. Wir werden jedenfalls diesen bewährten Weg der Ausbildung weiterer Übungsleiter auch in der Zukunft beschreiten. Welche Einstellung dazu bei den Kollektiven herrscht, bewies der jüngste Übungsleiterlehrgang im Ferienheim Spitzberg bei Roßlau. Statt der 18 Eingeladenen erschienen sage und schreibe 27.
Mit dem Leistungsstand der Hallenser Spielleute sind wir sehr zufrieden. Indes nicht selbstzufrieden. Wir übersehen keinesfalls, daß vor allem bei den Fanfarenzügen noch einige Anstrengungen notwendig sind, um das Niveau der Spielmannszüge zu erreichen. Ich kann hier die Versicherung abgeben, daß die Teilnehmer des Übungsverbandes Musikschau aus dem Bezirk Halle nicht nur technisch-musikalisch, sondern auch konditionell bestens vorbereitet nach Leipzig kommen werden. Unsere Kollektive haben seit 1976 das vom Verbandsarzt der Spielleute herausgegebene Sportprogramm in ihre ständige Arbeit einbezogen. Bis zu den Bezirksmeisterschaften wollen alle die Bedingungen für das Sportabzeichen „Bereit zur Arbeit und zur Verteidigung der Heimat“ erfüllt haben.
==== Pokal in Brandenburg ====
'''Aus dem Diskussionsbeitrag von Andrea Wismach, Mitglied des Nachwuchsspielmannszuges von Stahl Brandenburg'''
[[Datei:DerTambour1977-3-8-1.png|mini|'''VIELE SPIELLEUTE,''' die bereits vor acht Jahren beim „V.“ dabei waren, bereiten sich auch auf das „VI.“ vor. Foto: Hänel]]
Ich möchte über den Wettbewerb in unserer Sektion und über meine ganz persönliche Vorbereitung auf das „VI.“ berichten. Unser Pionieraktiv, das von der Sportfreundin Zacher angeleitet wird, besteht seit 1976. Von Anfang an unterstützt uns die FDJ-Gruppe des Erwachsenen-Spielmannszuges, stehen uns die FDJler immer mit Rat und Tat zur Seite. Vierteljährlich führen wir gemeinsame Versammlungen durch, in denen Rechenschaft über die Wettbewerbsergebnisse abgelegt wird. Diese Methode hat sich als sehr vorteilhaft erwiesen und soll auch in der Zukunft beibehalten werden.
Um im Wettbewerb zu Ehren des VI. Turn- und Sportfestes einen zusätzlichen Anreiz zu Leistungssteigerungen zu bekommen, zeichnen wir monatlich den Rührigsten von uns als „Besten Spielmann“ aus. Ein Wanderpokal ist das äußere Kennzeichen dafür. Unsere Übungsleiter führen über jede Gruppe, jedes einzelne Gruppenmitglied, ein Wettbewerbsheft. In ihm werden die Disziplin, Ordnung, Sauberkeit, Pünktlichkeit und das technisch-musikalische Können in Form von Punkten abgerechnet.
Aber auch andere Dinge gelangen beim Wettbewerb um den „Besten Spielmann“ in die Wertung. Notengerechtes Spiel gehört ebenso dazu wie die Patenschaft über noch technisch schwächere Sportlerinnen oder Sportler. Freilich auch das Erfüllen der Bedingungen für das bronzene Sportabzeichen. Bis zum Mai wollen alle 55 Mitglieder unserer Sektion, die in Leipzig dabei sein werden, das Sportabzeichen erworben haben. Übrigens, im Februar gab es bei uns den Auftakt zu Start mit Bronze.
Aus meiner Sicht muß ich sagen, daß ich das Repertoire für das „VI.“ einhundertprozentig erlernt habe. Einigen Sportfreunden, die hier und da noch mit Schwierigkeiten kämpfen, helfe ich beim Erlernen des Übungsprogrammes. Selbstverständlich versäume ich keine Trainingsstunde, bin immer pünktlich und achte auch auf Disziplin und Ordnung. Zu meinem persönlichen Wettbewerbsprogramm gehören auch die Leistungen in der Schule. Hier möchte ich meinen guten Zensurendurchschnitt auf alle Fälle halten, möglichst aber noch verbessem.
Im November 1975 wurde unser Nachwuchszug mit dem Titel „Hervorragendes Volkskunstkollektiv“ ausgezeichnet. Im März dieses Jahres nahmen wir erneut den Kampf um diesen Titel auf. Ich darf hier im Namen des Nachwuchsspielmannszuges von Stahl Brandenburg versichern, daß wir alles tun werden, um uns dieses Titelkampfes würdig zu erweisen, uns mit großer Begeisterung, Einsatzbereitschaft und Liebe weiterhin intensiv auf das „VI.“ vorbereiten.
----Herausgeber: Zentrale Spielleutekommission im DTSB der DDR, Berlin — Verantwortlicher Redakteur: Günther Gießler — Veröffentlicht unter der Lizenz-Nr. 698 des Presseamtes beim Vorsitzenden des Ministerrates der DDR — Satz und Druck: VEB Verlagsdruckerei Typodruck - Schaubek, Bereich Döbeln III-8-4

Aktuelle Version vom 7. April 2026, 12:05 Uhr

Dies ist die originale Wiedergabe der entsprechenden Einzel-Ausgabe von „der tambour“ zum Zweck der einfachen Durchsuchbarkeit. Aus archivarischen Gründen wurde bewusst darauf verzichtet, Wortlaute zu ändern. Für die Inhalte sind die entsprechenden Original-Autoren verantwortlich. Ansichten, Meinungen oder Aufrufe spiegeln die damaligen Gegebenheiten wider und nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers!

Mai 1977
Nummer: 3/77
Erschienen: 05/1977
Jahrgang: 10
Seiten: 8
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Seite 1

BEIM „V.“ DABEI war der Fanfarenzug von Lok Mitte Leipzig, der sich vor der DHfK dem Bildreporter stellte. Foto: Hänel

Wir berichten von der Aktivtagung des Übungsverbandes Musikschau

Wir blicken erwartungsvoll auf die erlebnisreichen Tage des Sports

Spielleute des DTSB der DDR bereiten voller Liebe, Hingabe u. Einsatzbereitschaft das „VI.“ vor

Am Sonnabend, dem 23. April 1977, im dichtgefüllten Plenarsaal des Leipziger Neuen Rathauses. Aktivtagung des Übungsverbandes Musikschau. Verdienstvolle Funktionäre der Spielleutebewegung des DTSB der DDR, die besten Übungsleiter und die Leitung des zweitgrößten Übungsverbandes des VI. Turn- und Sportfestes und der VI. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR beraten die Aufgaben, die bis zum „VI.“ in Leipzig noch zu bewältigen sind. An der sehr konstruktiven, schöpferisch-kritischen Beratung, die bewies, daß sich die Spielleute voller Optimismus, Liebe und Engagement auf das bisher größte Fest der Körperkultur und des Sports in unserem Lande vorbereiten, nahmen zahlreiche Ehrengäste teil. An der Spitze die Vizepräsidenten des DTSB der DDR Bernhard Orzechowski und Johannes Rech, der Leiter des Organisationsbüros des „VI.“, Willi Lehmann, der Leiter der Abteilung Sportschau, Hans Drewicke, die Parteisekretäre der acht Patenbetriebe unseres Übungsverbandes und die Direktoren der 14 Schulen, in denen wir unsere Gemeinschaftsquartiere haben werden.

TURNFEST-ATMOSPHÄRE herrschte bereits drei Monate vor dem „VI.“ im Leipziger Zentralstadion. Der Osttribünenverband traf sich zu seiner ersten Gesamtprobe. Hier eines der 35 gelegten Bilder.

Johannes Rech lobte in einem vielbeachteten Diskussionsbeitrag den Elan und Ideenreichtum, mit denen die Spielleute das „VI.“ vorbereiten. „Die Bezirksproben stellten unter Beweis“, sagte der DTSB-Vizepräsident, „daß der Übungsverband Musikschau gut gerüstet in die letzten Wochen vor dem großen Ereignis geht. Beispielhaft für andere Bezirke waren die Proben in Potsdam, Dresden und Halle“, stellte Johannes Rech fest. Den Übungsleitern und den anderen ehrenamtlichen Funktionären versicherte er die hohe Wertschätzung ihrer bedeutsamen gesellschaftlichen Tätigkeit. Unser Sport wäre ohne diese vielen unentbehrlichen Helfer nicht möglich.

Genosse Rech hob die Bedeutung der Spielleute für das Gelingen des Sportfestes besonders hervor. „Die Atmosphäre in Leipzig wird wesentlich von den Spielleuten mit geprägt werden“, meinte er. „Hieraus erwächst allein schon eine enorme Verantwortung. Aber auf die Spielleute war schon immer Verlaß, deshalb ist das Präsidium des DTSB-Bundesvorstandes auch diesmal überzeugt, daß der Übungsverband Musikschau seinen schwierigen Auftrag zuverlässig und in hoher musikalischer und choreographischer Qualität erfüllen wird“, äußerte Johannes Rech.

Als außerordentlich bedeutungsvoll für beide Partner wertete der DTSB-Vizepräsident die zwischen dem Übungsverband Musikschau und dem Sportfestverband der FDJ abgeschlossene Vereinbarung, die weit über das „VI.“ hinaus wirken wird.

Auf den Seiten 2 bis 8 bringen wir Auszüge aus dem Referat und einigen Diskussionsbeiträgen.

Seite 2

Wir berichten von der Aktivtagung des Übungsverbandes Musikschau

Willenserklärung

An den Präsidenten des DTSB der DDR Manfred Ewald

Werter Genosse Manfred Ewald!

ZU DEN BESTEN KLANGKÖRPERN der Pionierorganisation gehört der ISKRA-Fanfarenzug aus Leipzig. Foto: Hänel

Von unserer heutigen Funktionärskonferenz in der Turnfeststadt Leipzig, an der verdienstvolle Genossen und Sportfreunde der Spielleutebewegung des DTSB der DDR und der Gastgeber-Stadtbezirke des „VI.“ teilnehmen, möchten wir Dir versichern, daß wir alles tun werden, die größte Veranstaltung in der Geschichte von Körperkultur und Sport unseres Landes aktiv mitzugestalten.

Ausgehend von der jüngsten Tagung des Fest- und Spartakiadekomitees der DDR mit der bedeutsamen Rede des Generalsekretärs des ZK der SED und Vorsitzenden des Staatsrates der DDR, Erich Honecker, beraten wir die hohen Anforderungen für die letzte Phase der Sportfestvorbereitung.

Die politisch-ideologische Arbeit in den Kollektiven und Teilverbänden, das fleißige Üben, um Musik und Bewegung in guter Qualität darzubieten, das enge Zusammenwirken mit den Gastgebern sind die Grundlage für die weitere schöpferische Verwirklichung der Beschlüsse des IX. Parteitages der SED und sind unser Beitrag, den Beschluß des Präsidiums des DTSB der DDR zum 60. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution mit Leben zu erfüllen.

Wir konzentrieren uns darauf, daß sie mit hoher Disziplin, Einsatzbereitschaft, mit Stolz und Optimismus zu den aktiven Gestaltern des Festes gehören und so ihr Vertrauen zur Politik der SED und unserem sozialistischen Staat zum Ausdruck bringen.

Dazu nutzen wir jede Übungsstunde, besonders die Trainingslager im Mai und das zentrale Trainingslager ab 11. Juli in Leipzig.

Zur zielstrebigen Vorbereitung der Abschlußveranstaltung des VI. Turn- und Sportfestes haben wir mit den Freunden der FDJ eine Vereinbarung abgeschlossen.

Als zweitgrößter Übungsverband möchten wir dem Bundesvorstand des DTISB der DDR, dem Präsidium und Dir persönlich versprechen, mit dem Auftreten der Spielleute des DTSB der DDR zum VI. Turn- und Sportfest und der VI. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR 1977 in Leipzig einen würdigen Beitrag zum Gelingen des Festes und zur weiteren allseitigen Stärkung unserer sozialistischen Heimat zu leisten.

Sport frei!

Teilnehmer der Funktionärskonferenz des Übungsverbandes Musikschau

Leipzig, am 23. 4. 1977

Vereinbarungen sind mit Leben erfüllt

Aus dem Diskussionsbeitrag von Jürgen Maschner, Stadtbezirksrat für Jugendfragen, Körperkultur und Sport im Stadtbezirk Leipzig West

Liebe Sportfreunde!
Liebe Genossen!

Zu Eurer heutigen Funktionärskonferenz möchte ich Euch die herzlichsten Grüße des Fest- und Spartakiadekomitees des Stadtbezirk Leipzig West und der Stadt Leipzig überbringen. Es ist erfreulich berichten zu können, daß der Übungsverband Musikschau des DTSB der DDR einschließlich seiner Teilübungsverbände in unserem Stadtbezirk kein Unbekannter mehr ist. Auf der Grundlage der 1975 mit der Leitung des Übungsverbandes abgeschlossenen Vereinbarungen gestaltete sich in den vergangenen Monaten, ja Jahren, eine gute und fruchtbringende Zusammenarbeit mit Vorteilen für beide Partner. Geführt durch das Sekretariat der SED-Stadtbezirksleitung haben wir die im Vertrag festgelegten Aufgaben gemeinsam und kontinuierlich bis zum heutigen Tage erfüllt. Unvergessen sind für uns die vielen Auftritte des Teilübungsverbandes des Übungsverbandes Musikschau zu den verschiedensten gesellschaftlichen und sportlichen Höhepunkten im Stadtbezirk.

Über 10 000 Bürger unseres Wohngebietes haben sich vom hohen Leistungsstand der Sportler des Übungsverbandes Musikschau überzeugt. Wir wissen, daß die Spielleute wesentlichen Anteil an der massenpolitischen Vorbereitung des „VI.“ haben und auch in den nächsten Wochen allein durch ihre Auftritte bei den verschiedensten Veranstaltungen Sportfestatmosphäre schaffen.

Worauf konzentrieren wir uns zur Zeit im Stadtbezirk West? im Mittelpunkt unserer gegenwärtigen Tätigkeit steht die weitere Verbesserung der Gemeinschaftsquartiere, der Verpflegungs-, Kultur- und Sporteinrichtungen. Da ich konkret für die Sportanlagen verantwortlich bin, kann ich heute berichten, daß wir im Rahmen der volkswirtschaftlichen Masseninitiative in unserem Stadtbezirk allein 57 479 Stunden in Vorbereitung des „VI.“ bisher leisteten. Dabei wurden Werte geschaffen von 466 800 Mark. Und dies alles durch Reparaturbrigaden aus Betrieben und Einrichtungen des Stadtbezirkes West.

Liebe Genossen und liebe Freunde! Wie Patenschaftsbeziehungen zwischen den Teilverbänden des Übungsverbandes Musikschau und Betriebskollektiven unseres Stadtbezirkes in der Praxis aussehen, möchte ich an einem kleinen Beispiel belegen. Die Sportlerinnen und Sportler spielten für die Werktätigen in einigen Betrieben des Stadtbezirkes. Die Kollegen waren so begeistert, daß sich daraufhin sozialistische Kollektive verpflichteten, unter anderem auch die vorgesehenen Räume für die Leitung des Übungsverbandes Musikschau zusätzlich zu renovieren. Wohlgemerkt auch das im Rahmen der volkswirtschaftlichen Masseninitiative. Dadurch konnten die Räume im Hauptgebäude des Charlottenhofs nach zweimonatiger Bauzeit fertiggestellt werden.

Im Auftrag unserer daran beteiligten Kollektive möchte ich den symbolischen Schlüssel dem Leiter des Übungsverbandes Musikschau, dem Genossen Rainer Eidenschink, übergeben und wünsche seinem Kollektiv noch viel Erfolg und Tatendrang bei der weiteren Vorbereitung des „VI.“.

Ich möchte im Auftrage des Stadtbezirksbürgermeisters, Heinz Nemetz, versichern, daß wir die Worte des Generalsekretärs des ZK der SED, Erich Honecker, auf der Tagung des Fest- und Spartakiadekomitees richtig verstanden haben. Der Stadtbezirk West — als Teil der Stadt Leipzig — wird die von Partei und Regierung gestellten Aufgaben bei der Vorbereitung und natürlich auch Durchführung des „VI.“ unter Führung des Sekretariats der SED-Stadtbezirksleitung verwirklichen. Das feste Versprechen kann ich hier abgeben.

Seite 3

Wir berichten von der Aktivtagung des Übungsverbandes Musikschau

Auf die Spielleute kann man sich in Leipzig jederzeit verlassen

Aus dem Referat des Leiters des Übungsverbandes Musikschau, Rainer Eidenschink

EINEN RÜCKBLICK zum V. Turn- und Sportfest 1969 in Leipzig vermittelt dieses Bilddokument von der Musikschau der Spielleute des DTSB der DDR. Foto: Hänel

Zur Tagung des Fest- und Spartakiadekomitees der DDR am 28. März dieses Jahres, brachte Erich Honecker, Generalsekretär des ZK der SED und Vorsitzender des Staatsrates der DDR, die Gewißheit zum Ausdruck, daß das VI. Turn- und Snortfest und die VI. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR den hohen Entwicklungsstand der sozialistischen Körperkultur und des Sports in unserem Lande verdeutlichen werden. „Wir freuen uns schon auf die erlebnisreichen Festtage, auf die farbenfrohe Sportschau, die Musikparaden, die internationalen Wettkämpfe, die beliebten Volkssportveranstaltungen“, sagte Erich Honecker.

Wenige Wochen vor Beginn der Leipziger Festtage wollen wir zu unserer Funktionärskonferenz beraten, wie wir als zweitstärkster Übungsverband einen würdigen Beitrag zum vollen Erfolg der bisher bedeutsamsten und größten Sportveranstaltung unserer Republik leisten. Gemeinsam wollen wir unser Zusammenwirken in der letzten Phase der Turnfestvorbereitung erörtern, die wir der weiteren Erfüllung der Beschlüsse des IX. Parteitages der SED widmen und die ganz im Zeichen des 60. Jahrestages der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution steht.

In allen Klangkörpern mehr Übungsstunden

Bei der Lösung der weiteren anspruchsvollen Aufgaben und zunehmenden Anforderungen an unsere politische und organisatorische Führungsarbeit, können wir von erheblichen Fortschritten in der Festvorbereitung in unserem Übungsverband ausgehen. Die Erhöhung der wöchentlichen Stunden und deren bessere Nutzung in zahlreichen Kollektiven, das intensive Üben in den Februar-Trainingslagern der Teilverbände Spielmannszüge Nachwuchs und Mädchen, Schalmeien und Blasorchester sowie das Niveau bei den Bezirksproben verdeutlichen den weiteren Aufschwung in der Formierung unseres Übungsverbandes.

Die Leiter der berufenen Kollektive, die Übungsleiter, Partei- und FDJ-Beauftragten sowie die Funktionäre in den Leitungen und im Gestalterkollektiv haben in vorwiegend fleißiger, ehrenamtlicher Tätigkeit dazu beigetragen, bei unseren Teilnehmern sozialistische Verhaltensweisen zu vertiefen, die musikalische Ausbildung zu verbessern. Gestattet mir deshalb, liebe Genossen und liebe Freunde, Euch im Namen der Leitung des Übungsverbandes für den schöpferischen Elan unseren Dank und unsere Anerkennung auszusprechen. In solchen Kollektiven wie bei Dynamo Halle, Aktivist Luckenau, Medizin Mühlhausen, Aufbau Brandenburg oder Dynamo Potsdam — um nur einige zu nennen — wirken Genossen und bewährte Sportfreunde für abrechenbaren, zielstrebigen Wettbewerb, dulden sie kein Mittelmaß beim Training, bei Auftritten und Meisterschaften.

Die Erfahrungen der Besten künftig besser nutzen

„Der Wettbewerb", führte Leonid Breshnew, Generalsekretär des ZK der KPdSU, auf dem XVI. Kongreß der Sowjetgewerkschaften aus, „zeigt nicht nur die Schrittmacher, die Sieger, sondern auch die Nachzügler.“

Die Erfahrungen genannter und anderer Schrittmacherkollektive bei der weiteren Vorbereitung auf das „VI.“ allen nutzbar zu machen, die in den Trainingslagern und den Bezirksproben aufgetretenen Niveauunterschiede schneller zu überwinden, muß unser gemeinsames Anliegen sein. Es kommt jetzt darauf an, der politisch-ideologischen Arbeit mehr Aufmerksamkeit zu schenken, die Erziehungsarbeit zu forcieren, sozialistische Persönlichkeiten zu entwickeln. Die hohen Anforderungen an unseren insgesamt 4702 Mitgliedern zählenden Übungsverband im Training, zu den Proben und natürlich vor allem dann beim „VI.“ verlangen von uns, mit hoher Einsatzbereitschaft Tag für Tag zu arbeiten, die erkannten Mängel kurzfristig abzustellen. Deshalb ist die Erziehungs- und Ausbildungsarbeit in den Zügen, die konkrete, öffentliche Führung des Wettbewerbes, ganz nach den Ansprüchen des „VI.“ auszurichten.

Liebe Genossen und liebe Freunde!

In den Bezirken muß jetzt die Auswahl der Teilnehmer der berufenen Kollektive nach dem Leistungsprinzip endgültig abgeschlossen werden. Dabei ist gewissenhaft zu prüfen und von der Stärke der Berufung und den geforderten Instrumenten auszugehen. Veränderungen, liebe Freunde, dürfen wir nicht mehr zulassen, denn sie würden den Vorbereitungsprozeß erheblich erschweren. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Auswertung der Bezirksproben, die in Potsdam, Dresden und Halle im Gesamteindruck, dem Leistungsniveau und in der hohen Teilnahme besonders erfolgreich waren.

Äußerst bedeutungsvoll, darauf möchten wir nochmals verweisen, ist die enge Zusammenarbeit mit den Schulen, Ausbildungs- und Arbeitsstätten, den staatlichen Organen und bei den Kindern und Jugendlichen mit dem Elternhaus. Wo dieser Prozeß kameradschaftlich und eng gestaltert wird, ist eine wirkungsvolle Vorbereitung, die beste Unterstützung und natürlich auch die entsprechende Freistellung und Urlaubsplanung gewährleistet.

Gute Ausgangsposition für zentrales Trainingslager

Liebe Freunde und liebe Genossen! Eine gute Ausgangsposition für unseren dreiwöchigen Aufenthalt im Juli in der Turnfeststadt haben wir durch die festen Verbindungen mit den Gastgebern in den Leipziger

Fortsetzung auf Seite 4

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Wir berichten von der Aktivtagung des Übungsverbandes Musikschau

Auf die Spielleute kann man sich verlassen

Fortsetzung von Seite 3

Stadtbezirken Südwest, West und Nordost geschaffen. Unter Führung der Leitungen der SED schufen die Genossen und Freunde in den Räten der Stadtbezirke, unseren 14 Quartierschulen und acht Patenbetrieben bereits gute Bedingungen in den Trainingslagern. In den Stadtbezirken wurde das bisherige Auftreten der Spielleute, ihre Disziplin und Vorbereitungsarbeit für das zentrale Lager bis hin zur sinnvollen Freizeitgestaltung gewürdigt. Der Teilverband Spielmannszüge Nachwuchs im Stadtbezirk Nordost wurde als besonders beispielhaft genannt. Die Leitung des Übungsverbandes und die Leiter der Teilverbände hatten kürzlich die Genossen der Räte der Stadtbezirke, der Betriebe und Schulen zu einem nützlichen Erfahrungsaustausch eingeladen. Dort bekräftigten unsere Gastgeber, alles in ihren Kräften stehende für unseren Aufenthalt zu tun.

Liebe Freunde! Gestattet einige Bemerkungen zur Führungs- und Leitungstätigkeit des Übungsverbandes. Langfristig wurden Dokumente erarbeitet, die auf alle Schwerpunkte unserer massenpolitischen, organisatorischen und musikalisch-technischen Arbeit orientieren. Jetzt kommt es darauf an, die Dokumente zur Durchführung des zentralen Lagers und des „VI.“, der abrechenbaren Führung des Wettbewerbes in den Teilverbänden und für den Organisationsbereich mit Verpflegung, Transport, Proben, Quartiere, Kleidung und Freizeitgestaltung abzuschließen.

Dank und Anerkennung auch dem Gestalterkollektiv

Das Gestalterkollektiv hat eine einwöchige Arbeitsklausur durchgeführt und die Konzipierung des Trainings im zentralen Lager, der Proben und Veranstaltungen für unseren Übungsverband, einschließlich Choreographie und Formationswechsel, im wesentlichen abgeschlossen. Gestattet mir, dem Gestalterkollektiv für die bisherige Arbeit den Dank und unsere Anerkennung auszusprechen. Manfred Ewald würdigte in seinem Bericht an das Fest- und Spartakiadekomitee die Mühe aller Gestalterkollektive, die vielseitige, interessante und auf hohem sportlichen Niveau stehende Übungen ausgearbeitet haben.

Wir Spielleute werden bei allen Höhepunkten des „VI.“ beteiligt sein. Die erste Bewährungsprobe erfolgt bereits am Sonnabend, dem 23. Juli, wenn zwischen 10.30 Uhr und 12 Uhr eine Abnahmekommission unter Leitung des DTSB-Präsidenten Manfred Ewald unsere Musikschau mit kritischem Blick prüfen wird. Während des Festes werden wir zur Eröffnung mit 4500, bei der Fahnenweihe mit einer Solofanfarengruppe und 400 Erwachsenenspielleuten, im Festzug mit fast 3000 Spielleuten aller Genres, in der Sportschau mit 2800 Sportlerinnen und Sportlern unseres Übungsverbandes in einem 25-Minuten-Programm mit 17 Titeln und im Finale sowie in der Abschlußveranstaltung mit 1200 Spielleuten gemeinsam mit der FDJ das gewachsene Bewußtsein als Agitatoren unserer sozialistischen Sportbewegung bestätigen. Zu acht Eröffnungs- und sechs Abschlußveranstaltungen von Spartakiadewettkämpfen wirken wir ebenfalls mit. Anspruchsvolle Aufgaben also, die wir jetzt und im zentralen Lager erläutern und in bester Qualität einstudieren müssen.

Im zentralen Lager und natürlich während des „VI.“ selbst, stehen unserem Übungsverband ständig neun Ärzte, neun Schwestern und 46 DRK-Gesundheitshelfer zur Verfügung. Notwendig ist jedoch, daß wir alle dem vorbeugenden Gesundheitsschutz größte Aufmerksamkeit widmen, festgelegte Untersuchungen vor der Anreise nach Leipzig durchgeführt werden und alle Spielleute in gutem Gesundheitszustand anreisen.

Liebe Sportfreunde! Die ereignisreichen Festtage des Sports werden am späten Abend des 31. Juli mit dem gemeinsamen Auftritt der Spielleute des DTSB der DDR und des zentralen Musikkorps sowie der Bezirksmusikkorps der FDJ feierlich abgeschlossen. Gemeinsam intonieren wir den Marsch „Auf Freundschaftskurs“ und zum Ausklang des Finales das Schlußmotiv der 9. Sinfonie Ludwig van Beethovens. Durch das Zusammenwirken von DTSB der DDR und FDJ wollen wir demonstrieren, daß beide Massenorganisationen nach dem Ziel streben, eine hohe Qualität der sozialistischen Erziehung und des kulturellen Wirkens unter der Jugend unseres Landes erreichen. Ein bedeutsamer Schritt zur Vorbereitung der Abschlußveranstaltung war der Abschluß einer Vereinbarung mit dem Sportfestverband der FDJ.

Besondere Verantwortung dem Nachwuchs gegenüber
ZUR GESCHICHTE der Spielleutebewegunggehört dieser Bildausschnitt vom Festumzug des III. Turn- und Sportfestes vor dem Leipziger Hauptbahnhof. Foto: Hänel

Liebe Freunde und liebe Genossen! Unser Übungsverband verlangt von allen genaue Kenntnisse über Dokumente und Aufgaben. Überzeugende politisch-ideologische Arbeit mit jedem Teilnehmer fordert eigenes vorbildliches Verhalten jedes Leiters, gleich in welchem Verantwortungsbereich. In unserem Übungsverband sind Sportler aller Altersgruppen vom Kind bis zum Erwachsenen im fortgeschrittenen Alter. Das zentrale Lager und vor allem dann das Sportfest selbst, stellen enorme Anforderungen an die physische und psychische Leistungsfähigkeit. Wir meinen, daß wir für unseren Nachwuchs, die Pioniere und jungen FDJ-Mitglieder, eine besondere Verantwortung tragen. Wir wollen alle Festtage auf hohem Niveau erleben, aber natürlich ohne unliebsame Vorkommnisse. Wir wollen gesund, mit unvergeßlichen Eindrücken und Erlebnissen zu unseren Familien, in die Schulen und Arbeitsstätten zurückkehren.

Das verlangt freilich schon jetzt eine umfassende Vorbereitung auch in athletischer Hinsicht. Das Üben der Sportfestmusik muß einhergehen mit regelmäßiger sportlicher Betätigung. In jedem Kollektiv benötigen wir ein richtiges Verhältnis zwischen Training und aktiver Erholung, geistig-kulturellem und sportlichem Leben. Diesen Prozeß abwechslungsreich und für die Genres und Altersgruppen differenziert zu gestalten, ist eine unserer wichtigsten Aufgaben. Mit den Leitungen des Übungsverbandes und der Stadtbezirke wurde auch hier eine gute Vorarbeit geleistet.

Die Transportanforderungen für unseren Übungsverband sind ermittelt. Fix und fertig ist das Sonderzugprogramm für die Anreise am 11. Juli und die Abreise am 1. August der Bezirksdelegationen. Zur Beförderung der Nachwuchskollektive stehen uns 31 Reisebusse zur Verfügung. Der Instrumenten- und Gepäcktransport geht per LKW nach Leipzig. Die Versorgung unseres Übungsverbandes erfolgt in zwölf Objekten, während des zentralen Lagers dreimal täglich.

Liebe Freunde! Wir sind von der Überzeugung beseelt, daß die Spielleute des DTSB der DDR auch in der letzten Phase der Turnfestvorbereitung mit Freude und hoher Einsatzbereitschaft an der Verwirklichung ihres Auftrages arbeiten. Sie werden im Sinne des Leitmotivs unseres Übungsverbandes handeln, die Pflege der besten und fortschrittlichsten Traditionen des Liedgutes der deutschen Arbeiter-, Turn- und Sportbewegung zur ureigensten Angelegenheit machen. Ganz im leninschen Sinne wollen wir den Roten Oktober ehren, indem wir die Beschlüsse des IX. Parteitages der SED weiterhin verwirklichen, unsere Republik, die sozialistische Staatengemeinschaft stärken und dadurch die Attraktivität des Sozialismus weiter erhöhen.

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Wir berichten von der Aktivtagung des Übungsverbandes Musikschau

Tägliches Zusammenspiel ohne choreographische Bewegungsabläufe

Aus dem Diskussionsbeitrag von Rolf Lorenz, Leiter des Gestalterkollektivs des Übungsverbandes Musikschau

TREIBT ALLE SPORT forderten die „Bildermaler“ der Osttribüne bei ihrer ersten Gesamtprobe vor dem „VI.“. Foto: Pullwitt

Die Bezirksproben im März und April waren das Spiegelbild der bisher in unserer Sportfestvorbereitung geleisteten Arbeit. Einige tausend Kilometer Fahrt waren notwendig, um an allen Proben teilnehmen zu können. Der Einsatz der Mitarbeiter des Gestalterkollektivs, denen ich hier Dank und Anerkennung aussprechen möchte, war aber nur dann lohnenswert und sinnvoll, wenn von den Bezirksübungsleitern bis zu den Übungsleitern der einzelnen Kollektive unsere Auswertungen richtig analysiert, die Hinweise beachtet werden.

In alphabetischer Reihenfolge möchte ich mich mit den Bezirksproben beschäftigen:

Cottbus

Das Alphabet entschied, daß die schlechteste Bezirksprobe zuerst genannt wird. Von vergessenen Einladungen bis zum verspäteten Beginn der Veranstaltung unterliefen dem ausrichtenden Bezirksfachausschuß eine Reihe organisatorischer Fehler, die bei den Cottbusern ernsthafte Überlegungen für ihre weitere Leitungstätigkeit auslösen sollten.

Der an diesem Tage eingesetzte verantwortliche Übungsleiter, der die Bezirksprobe zu leiten hatte, erhielt drei Stunden vor Beginn die Information über seine Aufgabe. Ihm verblieb natürlich keine Zeit mehr, sich technisch perfekt auf die Probe vorzubereiten. Unter den gegebenen Voraussetzungen ist es nicht verwunderlich, daß auch das musikalische Niveau nicht befriedigen konnte. Lediglich der Nachwuchs der TSG Lübbenau zeigte technische Perfektion.

Dresden

In krassem Gegensatz zu Cottbus stand die Dresdner Bezirksprobe. Sie war hervorragend organisiert. Das Niveau der Spielmannszüge und Orchester schätzten wir als gut ein. Schwierigkeiten gab es vielleicht noch beim Hornmarsch „Frohe Klänge“, der in der Sportfestfassung noch nicht perfekt beherrscht wird. Auch der Hornteil zwei der Spielmannszüge wurde von einigen zweimal, statt einmal geblasen. Ein Kernproblem, was sich übrigens durch alle Proben mehr oder weniger zog, war die Dynamik bei den Spielmannszügen. Wenn die Flöter ihre Lautstärke so steigern könnten wie die Tamboure, würden wir 50 Prozent Mitwirkende „einsparen“ können.

Unsere Märsche sind in ihrer Dynamik noch auf das Spiel im einzelnen Kollektiv abgestimmt. Musik mit Massencharakter muß aber Musik bleiben, darf nicht durch die Rhythmusgruppe „zerschlagen“ werden. Sonst halten sich unsere Gäste im Leipziger Zentralstadion die Ohren zu und fragen nach der Veranstaltung, wann die Musik denn nun kommt. Deshalb müssen die Übungsleiter darauf achten, daß die Stabführer Stellen im fortefortissimo auch in piano trommeln können. Erst die Gesamtprobe entscheidet darüber, ob wir die Dynamik der Rhythmusgruppe drosseln müssen oder nicht. Wir dürfen nicht erst im zentralen Lager beginnen, den Aktiven das Leisetrommeln beizubringen.

Erfurt

Der Bezirk verfügt leider über kein Orchester. Ein Tonband mußte hier die Lücke schließen. Auch der Bezirksübungsleiter fehlte sehr, da er ja die technische Kontrolle bei allen Kollektiven ausüben muß. Die machte sich vor allem bei den Fanfarenzügen von Lok Nordhausen und Traktor Oßmannstedt nachteilig bemerkbar. Beide Klangkörper sind ständige Teilnehmer von zentralen Trainingslagern der Kommission Fanfaren, verstehen es aber nicht, das dort erreichte gute technische Niveau im heimischen Training zu erhalten. Das musikalische Können der Spielmannszüge war gut. Die in Mühlhausen ohne Beanstandungen organisierte Probe litt unter unverständlichen Disziplinlosigkeiten einiger Teilnehmer.

Halle

Ein gutes Leistungsniveau aller Kollektive ließ diese Bezirksprobe zu einem wirklichen Höhepunkt werden. Diese gelungene Veranstaltung ist ganz dicht hinter der Dresdner einzuordnen.

Karl-Marx-Stadt/Gera

Die Bezirke Karl-Marx-Stadt und Gera führten ihre Bezirksprobe gemeinsam in Zwickau durch. Auch hier hatte man „vergessen“, einige Kollektive einzuladen. So fehlten ohne eigenes Verschulden die Fanfarenzüge von Greika Greiz und Teichwolframsdorf. Der derzeitige Leistungsstand dieser Kollektive ist uns nun unbekannt und muß im Trainingslager Rerik überprüft werden. Dies kostet dem Teilverband Fanfaren wertvolle Übungszeit.

Die musikalisch-technische Leitung lag in Zwickau in den Händen des Dirigenten und Arrangeurs Albert Adler, der die Probe in hervorragender Weise führte. Bei den Klangkörpern zeigten sich noch technische Mängel im unsauberen Spiel der Flachtrommler und im Nichtaushalten der Notenwerte bei den Flötern. Insgesamt eine Probe, die gut vorbereitet und durchgeführt wurde.

Leipzig

Bei den Leipzigern passierte es auch, daß man zum „VI.“ berufene Kollektive einzuladen „vergessen“ hatte. Leidtragende sind die Spielleute des Nachwuchskollektives Ragewitz-Dürrweitzschen. Die Klangkörper aus Wurzen und Mutzschen zeigten entsprechend ihrer Klassifizierung gute Leistungen. Offensichtlich hat aber das Sonderklassen-Kollektiv von Traktor Taucha erheblich an Format verloren. Das musikalische Niveau und auch die Disziplin konnten nicht befriedigen. Bezeichnend, daß es die Tauchaer fertigbrachten, zum Abspielen des Gesamtrepertoires die Signalhörner zu Hause zu lassen.

Schlagfolgen der Tamboure in der modernen Liedfolge, Ar-

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... ohne choreographische Bewegungsabläufe

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TURNFEST-STIMMUNG herrschte bereits in den Gemeinschaftsquartieren Leipzigs, als auch die Spielleute ihr Trainingslager durchführten. Foto: Mittelstädt

beiterlied- und Kinderliedfolge sowie rhythmische Probleme und nicht notengerechtes Spiel der großen Trommeln und Becken war ein Fehler, der übrigens nicht nur in Leipzig auftrat.

Der Fanfarenzug von Einheit Pädagogik Leipzig zeigte solide Leistungen und war an diesem Tage den anderen Klangkörpern in der Perfektion überlegen.

Potsdam

Hier lief eine Miniatur der Musikschau ab. Perfektion im Ablauf, in der gesamten Organisation und in der Disziplin und Einsatzbereitschaft aller Teilnehmer kennzeichneten die Potsdamer Bezirksprobe. Natürlich — und dies kann beim derzeitigen Vorbereitungsstand gar nicht anders sein — traten auch noch geringfügige Fehler in musikalischer Hinsicht auf. Es waren in erster Linie Mängel in der Dynamik und unsaubere Übergange in der Titelfolge. Genosse Wendorf, Stellvertreter des Vorsitzenden des DTSB-Bezirksvorstandes, nahm eine Auswertung vor, die zu Optimismus anregte. Diese Probe, so schätzten es heute nach Abschluß dieser Veranstaltungen alle Sportfreunde des Gestalterkollektivs ein, war eine der Besten überhaupt.

Rostock/Schwerin

Die Rostocker führten mit den Schwerinern ihre Bezirksprobe durch. Gute Vorbereitung und Disziplin zeichnete diese Veranstaltung aus. In musikalischer Hinsicht sind noch grobe Fehler im notengerechten Spiel der großen Trommeln und Becken sowie im Aushalten der Notenwerte einzelner Titel zu konstatieren. Sportfreund Bielig, Mitarbeiter des Gestalterkollektivs, wird als Übungsleiter die Klangkörper von Motor Barth und Motor Stralsund zu einer Übungsstunde zusammenfassen und die aufgetretenen Mängel beseitigen helfen.

Liebe Sportfreunde, die Auswertung der Bezirksproben fand mit dem Bezirk Rostock ihren Abschluß. Kritik sollte nicht als Abwertung der bisher gezeigten großen Leistungsbereitschaft einzelner Aktive und Kollektive aufgefaßt werden, sondern sie soll uns helfen, die letzten Fehler und Mängel zu beseitigen. Schließlich wollen wir alle jenes hohe musikalische Format erreichen, das wir uns für die Gestaltung der Musikschau der Spielleute des DTSB der DDR beim „VI.“ in Leipzig vorgenommen haben. Wir können dem zentralen Trainingslager optimistisch entgegenblicken, da wir vom Fleiß und der Einsatzbereitschaft eines jeden Spielmannes, der in seiner Berufung in den Übungsverband Musikschau einen ganz persönlichen, ehrenvollen Auftrag sieht, überzeugt sind.

Prüfung der Wahrheit: Bezirksmeisterschaften

Die Bezirksmeisterschaften werden weiter Zeugnis ablegen über das allgemeine Leistungsniveau. Dort erleben wir auch die Perfektion der Musikparadeteilnehmer, die jetzt in einigen Bezirken ihre Proben durchführen. Der Juni wird der Monat der aktiven Vorbereitung werden. Am Abend des 11. Juli treffen sich alle Teilverbände mit der Leitung des Verbandes zur Eröffnungsveranstaltung des Trainingslagers des Übungsverbandes Musikschau. Ab 12. Juni beginnt dann die Ausbildung auf dem zentralen Trainingsplatz „Nonnenwiese“. Sie bezieht sich von Anfang an auf die Einstudierung einzelner choreographischer Elemente ohne Instrumente, nach Bandmusik, bezogen auf die einzelnen Genres.

Aus vergangenen Trainingslagern haben wir gelernt, nicht alle Genres gleichzeitig auf dem Platz zu haben, sondern nur einzelne Gruppen. Wir wollen damit Langeweile von vornherein ausschließen, die bei jenen Kollektiven aufkommen würde, die momentan nicht am Übungsprozeß beteiligt sind. Für die „Pausierenden“ stehen andere Trainingsplätze zur Verfügung.

Systematisch wird die Choreographie durch Hinzunahme von einem Genres nach dem anderen zur Gesamtprobe ab 16. Juli aufgebaut. Eine tägliche Auswertung mit den verantwortlichen Übungsleitern enthält die Hinweise für den folgenden Trainingstag. Die Schlußfolgerung aus den Bezirksproben ist ein möglichst täglich zu organisierendes Zusammenspiel ohne choreographische Abläufe. Diese Variante schlägt das Gestalterkollektiv der Leitung des Übungsverbandes vor. Dieses Massenspiel ist sehr wichtig, um allen Aktiven die Einsätze und das Tempo sowie die richtige Dynamik zu vermitteln.

Beste athletische und nervliche Verfassung

Im zentralen Trainingslager wird täglich von 8 bis 18.30 Uhr geübt. Dies allein schon läßt erkennen, vor welch hohen Anforderungen wir Spielleute in Leipzig stehen werden. Hier wird sich zeigen, wer das geforderte Sportprogramm, die athletische Ausbildung bisher ernst genommen hat. Nur in bester physischer und psychischer Verfassung wird man den Anforderungen gewachsen sein. Am 20. Juli wollen wir unsere Musikschau und Musikparade der Leitung des Übungsverbandes vorführen. Am 21. Juli beginnen dann die zentralen Proben mit allen Übungsverbänden des „VI.“.

Öffentliche Proben vor dem Glockenturm

Diese zentralen Trainingsveranstaltungen sind sehr unterschiedlich. So finden beispielsweise die Proben für die Eröffnungsveranstaltung des „VI.“, an der unser gesamter Übungsverband mit 4500 Mitwirkenden teilnimmt, in aller Öffentlichkeit am 23. und 24. Juli jeweils zwischen 20 und 23 Uhr auf einem riesigen Podest vor dem Glockenturm statt. Am folgenden Tag werden die Nachwuchsspielmannszüge des Teilverbandes Nachwuchs II ihre Großeinsätze zu den Eröff-

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... Bewegungsabläufe

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ZU EHREN DES ROTEN OKTOBER wollen alle besondere Leistungen erzielen, wir Spielleute ebenso wie die Mitwirkenden desÜbungsverbandes Osttribüne. Foto: Pullwitt

nungsveranstaltungen der Spartakiadewettbewerbe haben.

Der Mittwoch dieser Festwoche wird von der Fahnenweihe im festlichen Zeremoniell auf dem Leipziger Markt geprägt. Zwei Spielleuteformationen aus dem Teilverband Erwachsene Musikparade und dem Teilverband Nachwuchs II nehmen daran teil. Eine Solo-Fanfarengruppe mit 100 Mitwirkenden gibt den Auftakt zu diesem feierlichen Akt. Am Donnerstag und Freitag stehen die letzten Vorbereitungen zur großen Sportschau im Mittelpunkt unseres Übungsverbandes. Am Abend des 30. Juli demonstriert die Sportjugend unserer Republik vor den Repräsentanten der DDR und den Gästen der Turnfeststadt sportlichen Ehrgeiz, Kampfkraft und hohes sozialistisches Bewußtsein im großen Festzug, angeführt von Klangkörpern des DTSB der DDR, der BMK und der NVA.

Eine ganz besondere Ehre wurde uns Spielleuten zuteil. Mit einem Block von 250 Aktiven dürfen wir mit dem Hornmarsch „Frohe Klänge“ den Festzug anführen. Nur die Besten werden wir für diese Auszeichnung berufen. Insgesamt gestalten elf Klangkörper unseres Übungsverbandes den Umzug mit, wobei zwei weitere in Reserve bleiben, die noch keinen Platz im Festumzug haben.

Letzter Tag des „VI.“ und zugleich Höhepunkt wird Sonntag, der 31. Juli sein. 14 Uhr findet im Zentralstadion nochmals die Sportschau statt und am Abend zeigen wir im Stadion der 100 000 die Musikparade in einer großflächigen Choreographie in der um 21 Uhr beginnenden feierlichen Abschlußveranstaltung.

Das Fest beschließen wird das gemeinsame Finale von 700 Nachwuchsspielleuten, 300 Fanfarenbläsern und dem zentralen Mädchenspielmannszug sowie dem zentralen Musikkorps und den Bezirksmusikkorps der FDJ. Mit diesem Höhepunkt, das große Finale wird aus sieben Bildern bestehen, und einem sicherlich eindrucksvollen Feuerwerk enden das VI. Turn- und Sportfest und die VI. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR.

Einheit Pädagogik eifern nun viele nach

Aus dem Diskussionsbeitrag von Karin Staadt, FDJ- Beauftragte des Übungsverbandes Musikschau

In meinem Diskussionsbeitrag als FDJ-Beauftragte des Übungsverbandes Musikschau möchte ich auf einige Probleme der politisch-ideologischen Arbeit in den FDJ- und Pionieraktivs eingehen. Die Teilverbände Nachwuchs, Mädchen und Fanfaren, die um die Ehrennamen „Fritz Weineck“, „Katja Niederkirchner“ bzw. „Artur Becker“ kämpfen, machten in letzter Zeit die größten Fortschritte. Hier gibt es viele gute Erfahrungen zu übermitteln.

Besondere Aktivitäten gab es bei der Bildung von FDJ- und Pionieraktivs von den Leitern dieser Teilverbände. Worauf konzentrierten sich die Jugendfreunde vor allem? Hier müßte man die Prüfungen für das Abzeichen „Für gutes Wissen“ in einer der drei Stufen nennen, aber auch das Sportabzeichen in Bronze, für das viele die fünf Bedingungen bereits erfüllt haben, oder die zahlreichen Aktivitäten auf geistig-kulturellem Gebiet.

Genosse Günter Böhme, Sekretär des FDJ-Zentralrates, erläuterte uns bei einem Wochenendlehrgang vom 15. bis 17. April nochmals die wichtigsten Aufgaben. Danach konzentrieren wir uns im Kampf um den Ehrenwimpel des Zentralrates der FDJ auf folgende Aufgaben:

  • Die Einsatzbereitschaft und das künstlerische Niveau jedes jungen Spielmannes muß auf jenes Format gesteigert werden, das zum „VI.“ nur ausgezeichnete Leistungen in musikalischer und choreographischer Hinsicht zuläßt.
  • Die Ordnung und Disziplin müssen weiter verbessert und das Kollektivbewußtsein und kollektive Handeln erhöht werden.
  • Die regelmäßige Teilnahme an den Übungsstunden sind Ehrensache für jedes Mitglied unseres sozialistischen Jugendverbandes und der Pionierorgamisation.

Alle FDJ- und Pionieraktivs des Übungsverbandes Musikschau nehmen am Kampf um den Ehrenwimpel des FDJ-Zentralrates teil und haben ganz konkrete, abrechenbare Programme erarbeitet. Vorbildlich sind hier vor allem die Kollektive von Einheit Pädagogik Leipzig, vom Walzwerk Hettstedt und von Stahl Brandenburg. Dort haben sich folgende Wettbewerbsprinzipien bewährt:

  • Regelmäßige Teilnahme am Pionierzirkel bzw. FDJ-Studienjahr, um die Kenntnisse um die komplizierten gesellschaftlichen Zusammenhänge weiter zu vertiefen.
  • Führung des täglichen aktuell-politischen Gesprächs.
  • Die Arbeit mit persönlichen Aufträgen.
  • Gestaltung eines regen geistig-kulturellen Lebens. Hier geht es um Besuche von Kultur- und Gedenkstätten, dem engen Kontakt zu einer Patenbrigade, der regelmäßigen sportlichen Betätigung mit der Erfüllung der Bedingungen des Sportabzeichens und dem Laufen der Turnfestmeile, aber natürlich auch um das Organisieren von Tanzveranstaltungen.

Die Auswertung des Wettbewerbes erfolgt in erster Linie in den Trainingslagern. Die besten zehn Mitglieder des Jugendverbandes und der Pionierorganisation unseres Übungsverbandes erhalten ein Mandat zur Teilnahme am Freundschaftszug in die Sowjetunion vom 8. Dezember bis 16. Dezember 1977. Wir meinen, daß der Wettbewerb um den Ehrenwimpel allen Ansporn ist, ihre Leistungen weiter zu verbessern.

Ich möchte die heutige Funktionärskonferenz nutzen, das erste Kollektiv unseres Übungsverbandes mit dem Ehrenwimpel des FDJ-Zentralrates auszuzeichnen. Es ist das FDJ-Aktiv der BSG Einheit Pädagogik Leipzig. Diese Spielleute haben mit einem abrechenbaren, anspruchsvollen Wettbewerbsprogramm vielfältige Initiativen zur Beherrschung der Sportfestmusik entwickelt, die politische Arbeit verbessert, im sportlichen Leben des Fanfarenzuges und auch in der geistig-kulturellen Betätigung erhebliche Fortschritte gemacht. Dazu unseren herzlichen Glückwunsch.

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Wir berichten von der Aktiviagung des Übungsverbandes Musikschau

Auf acht Spielleute kommt ein Übungsleiter

Aus dem Diskussionsbeitrag von Rolf Wittsack, Stellvertreter des Vorsitzenden des DTSB-Bezirksvorstandes Halle

Als wir 1975 mit den Vorbereitungen auf das „VI.“ in Halle begannen, wurde vom DTSB-Bezirksvorstand und vom BFA Spielleute ein Maßnahmeplan erarbeitet, der in seinen wichtigsten Punkten praktisch die Aufgaben bis hin zum Turn- und Sportfest enthält. In den Sekretariatssitzungen des DTSB-Bezirksvorstandes legte der BFA-Vorsitzende regelmäßig Rechenschaft über den Erfüllungsstand ab. Heute nehmen 29 von 31 Kollektiven mit einem eigenen Programm am Wettbewerb teil. Darunter natürlich alle 22 für Leipzig berufenen Züge.

Die Wettbewerbsprogramme wurden von den Kollektiven nach dem IX. Parteitag der SED überarbeitet und den neuen, anspruchsvollen Aufgaben angepaßt. Hier wird das gewachsene Bewußtsein der Spielleute unseres Bezirkes deutlich, aber auch die Einflußnahme der Parteigruppen und FDJ-Aktivs. Welche Initiativen gerade der Wettbewerb bei unseren Spielleuten ausgelöst hat, zeigt sich am Abschneiden im Republikmaßstab. Die zweite und dritte Etappe gewann der Bezirk Halle und liegt auch vor Abschluß der letzten knapp in Führung. Wir sind überzeugt, daß unsere Kollektive und der BFA Spielleute alles daran setzen werden, um das Wettbewerbsbanner in Leipzig endgültig in ihren Besitz zu bringen. In einer Grußadresse an Werner Felfe, Mitglied des Politbüros des ZK der SED und 1. Sekretär der Bezirksleitung Halle, haben die Hallenser Spielleute versprochen, alles zum Gewinn des Wettbewerbsbanners zu tun.

In der musikalisch-technischen Vorbereitung werden wir eine endgültige Beurteilung des Vorbereitungsstandes zwar erst nach den Bezirksmeisterschaften in Bernburg abgeben können, da wir dort erstmals alle Genres zusammen haben, aber die in Halle durchgeführte Bezirksprobe stimmt uns jetzt schon zuversichtlich, daß die Züge unseres Bezirkes sehr gut vorbereitet nach Leipzig reisen werden.

Nach der Übergabe eines Tonbandes mit der gesamten Festmusik an jedes nominierte Kollektiv wird es noch besser gelingen, die Musik in Tempi und Betonung vollkommen zu beherrschen, zumal wir in unserem Bezirk eine Vielzahl erfahrener Übungsleiter besitzen. Kommt im Durchschnitt in unserer Republik auf 17 Spielleute ein Übungsleiter, so ist dieses Verhältnis im Bezirk Halle sogar 8 : 1. Hier liegt ohne Frage einer der Hauptgründe für die hohen Leistungen der Spielleute aus dem Chemiebezirk. Wir werden jedenfalls diesen bewährten Weg der Ausbildung weiterer Übungsleiter auch in der Zukunft beschreiten. Welche Einstellung dazu bei den Kollektiven herrscht, bewies der jüngste Übungsleiterlehrgang im Ferienheim Spitzberg bei Roßlau. Statt der 18 Eingeladenen erschienen sage und schreibe 27.

Mit dem Leistungsstand der Hallenser Spielleute sind wir sehr zufrieden. Indes nicht selbstzufrieden. Wir übersehen keinesfalls, daß vor allem bei den Fanfarenzügen noch einige Anstrengungen notwendig sind, um das Niveau der Spielmannszüge zu erreichen. Ich kann hier die Versicherung abgeben, daß die Teilnehmer des Übungsverbandes Musikschau aus dem Bezirk Halle nicht nur technisch-musikalisch, sondern auch konditionell bestens vorbereitet nach Leipzig kommen werden. Unsere Kollektive haben seit 1976 das vom Verbandsarzt der Spielleute herausgegebene Sportprogramm in ihre ständige Arbeit einbezogen. Bis zu den Bezirksmeisterschaften wollen alle die Bedingungen für das Sportabzeichen „Bereit zur Arbeit und zur Verteidigung der Heimat“ erfüllt haben.

Pokal in Brandenburg

Aus dem Diskussionsbeitrag von Andrea Wismach, Mitglied des Nachwuchsspielmannszuges von Stahl Brandenburg

VIELE SPIELLEUTE, die bereits vor acht Jahren beim „V.“ dabei waren, bereiten sich auch auf das „VI.“ vor. Foto: Hänel

Ich möchte über den Wettbewerb in unserer Sektion und über meine ganz persönliche Vorbereitung auf das „VI.“ berichten. Unser Pionieraktiv, das von der Sportfreundin Zacher angeleitet wird, besteht seit 1976. Von Anfang an unterstützt uns die FDJ-Gruppe des Erwachsenen-Spielmannszuges, stehen uns die FDJler immer mit Rat und Tat zur Seite. Vierteljährlich führen wir gemeinsame Versammlungen durch, in denen Rechenschaft über die Wettbewerbsergebnisse abgelegt wird. Diese Methode hat sich als sehr vorteilhaft erwiesen und soll auch in der Zukunft beibehalten werden.

Um im Wettbewerb zu Ehren des VI. Turn- und Sportfestes einen zusätzlichen Anreiz zu Leistungssteigerungen zu bekommen, zeichnen wir monatlich den Rührigsten von uns als „Besten Spielmann“ aus. Ein Wanderpokal ist das äußere Kennzeichen dafür. Unsere Übungsleiter führen über jede Gruppe, jedes einzelne Gruppenmitglied, ein Wettbewerbsheft. In ihm werden die Disziplin, Ordnung, Sauberkeit, Pünktlichkeit und das technisch-musikalische Können in Form von Punkten abgerechnet.

Aber auch andere Dinge gelangen beim Wettbewerb um den „Besten Spielmann“ in die Wertung. Notengerechtes Spiel gehört ebenso dazu wie die Patenschaft über noch technisch schwächere Sportlerinnen oder Sportler. Freilich auch das Erfüllen der Bedingungen für das bronzene Sportabzeichen. Bis zum Mai wollen alle 55 Mitglieder unserer Sektion, die in Leipzig dabei sein werden, das Sportabzeichen erworben haben. Übrigens, im Februar gab es bei uns den Auftakt zu Start mit Bronze.

Aus meiner Sicht muß ich sagen, daß ich das Repertoire für das „VI.“ einhundertprozentig erlernt habe. Einigen Sportfreunden, die hier und da noch mit Schwierigkeiten kämpfen, helfe ich beim Erlernen des Übungsprogrammes. Selbstverständlich versäume ich keine Trainingsstunde, bin immer pünktlich und achte auch auf Disziplin und Ordnung. Zu meinem persönlichen Wettbewerbsprogramm gehören auch die Leistungen in der Schule. Hier möchte ich meinen guten Zensurendurchschnitt auf alle Fälle halten, möglichst aber noch verbessem.

Im November 1975 wurde unser Nachwuchszug mit dem Titel „Hervorragendes Volkskunstkollektiv“ ausgezeichnet. Im März dieses Jahres nahmen wir erneut den Kampf um diesen Titel auf. Ich darf hier im Namen des Nachwuchsspielmannszuges von Stahl Brandenburg versichern, daß wir alles tun werden, um uns dieses Titelkampfes würdig zu erweisen, uns mit großer Begeisterung, Einsatzbereitschaft und Liebe weiterhin intensiv auf das „VI.“ vorbereiten.


Herausgeber: Zentrale Spielleutekommission im DTSB der DDR, Berlin — Verantwortlicher Redakteur: Günther Gießler — Veröffentlicht unter der Lizenz-Nr. 698 des Presseamtes beim Vorsitzenden des Ministerrates der DDR — Satz und Druck: VEB Verlagsdruckerei Typodruck - Schaubek, Bereich Döbeln III-8-4