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Der Tambour/Ausgabe 1979 05

Aus Stabführer.de

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Mai/Juni 1979
Nummer: 5/79
Erschienen: 05/1979
Jahrgang: 12
Seiten: 6
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Seite 1

HEUTE AUF SEITE

2 Packendes „Duell“ zwischen Union Mühlhausen und Halle
4 Sehr viel Beifall für dreistimmige Trommeln der TSG
5 Lübbenaus Rückkehr in die Nachwuchs-Sonderklasse
FLÖTISTEN DES DDR-MEISTERS der Nachwuchs-Spielmannszüge, des Klangkörpers von Union Mühlhausen (vormals Medizin).
DIE STABFÜHRER DER MEDAILLENGEWINNER bei den DDR-Meisterschaften der Nachwuchs-Spielmannszüge werden von Dr. Harald Löbe, Leiter der Abteilung Ppropaganda/Kultur des DTSB-Bundesvorstandes, ausgezeichnet.

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DDR-Meisterschaft der Nachwuchs-Spielmannszüge in Freital

Packendes „Duell“ zwischen Union Mühlhausen und Halle

Am Ende erneut Titelgewinn für den Rekordmeister aus Mühlhausen

ÄUSSERST KONZENTRIERT widmet sich der kleine Flachtrommler des alten und neuen DDR-Meisters der Nachwuchs-Spielmannszüge seiner Aufgabe.

Das Freitaler „Stadion der Stahlwerker“ erlebte mit der DDR-Meisterschaft der Nachwuchs-Spielmannszüge einen Höhepunkt in unserer Spielleutebewegung. Und es sah den Triumph eines großartigen Kollektivs: des Klangkörpers von Union Mühlhausen (bisher Medizin Mühlhausen). Die Mädchen und Jungen aus der einstigen Wirkungsstätte Thomas Müntzers setzten ihre imponierende Siegesserie fort und sicherten sich zum vierten Mal hintereinander den DDR-Meistertitel. Dabei fiel dem Nachwuchs aus der Spielleute-Hochburg unseres Landes die Titelverteidigung wohl noch nie so schwer, wurde er ausgerechnet vom Aufsteiger Dynamo Halle aufs Ärgste bedrängt. Diese beiden Kollektive und der Vizemeister des Vorjahres, Chemie PCK Schwedt, durften dann auch für ihre sehr guten musikalischen Leistungen die Medaillen aus den Händen des Leiters der Abteilung Propaganda/Kultur des DTSB-Bundesvorstandes Dr. Harald Löbe entgegennehmen.

Nach den Pflichtvorträgen hatte sich bereits das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Mühlhausen und Halle abgezeichnet. Beide Klangkörper erhielten vom tadelsfrei arbeitenden Kampfgericht um Hauptkampfrichter Mario Bielig die höchsten Noten des Teilnehmerfeldes und waren vor der Kür nur durch fünf Hundertstel voneinander getrennt, wobei der Neuling sogar in Führung gehen konnte. Mit den Kürdarbietungen erfuhr der Zweikampf des Spitzenduos dann sogar noch eine erfreuliche Steigerung. Die Thüringer ernteten mit einer eigenwillig vorgetragenen Fassung des Hornmarsches „Auf, auf zur Jagd“ sehr viel Beifall und zwangen die Kampfrichter zu Recht zum Ziehen hoher Notenwerte.

Aber keinen Deut schwächer stellten Sich die Dynamos aus Halle vor, die offensichtlich in den Spuren ihres Erwachsenenzuges wandeln. Das moderne Arrangement von „Rosamunde“ war kaum perfekter darzubieten. Hier ist dem Rekordmeister aus Mühlhausen Konkurrenz herangewachsen, die für die Nachwuchsentwicklung unserer Spielleutebewegung nur gut sein kann.

Wenn die Schwedter diesmal mit Bronze „zufrieden“ sein mußten, nachdem sie im Vorjahr mit fast vier Punkten Vorsprung vor Aschersleben Zweiter geworden waren, spricht das nicht gegen den PCK-Klangkörper. Auch die Chemiker haben Fortschritte gemacht. Ihr „Zeppelin“-Marsch gehörte mit zu den eindrucksvollsten Darbietungen in Freital.

Apropos Freital. Der Gastgeber belebte das Meisterschaftsgeschehen ebenso wie Pritzwalk und auch der Dritte von 1978, Baukema Aschersleben. Einen deutlichen Leistungsabfall dagegen konnten die Kollektive aus Geraberg, Perleberg und Brandenburg nicht verhindern. Glück für die Geraberger, die trotz einer enttäuschenden Kür mit dem Schrecken davonkamen. Ganze fünf Hundertstel retteten sie vor Empor Perleberg vor dem Abstieg. Die Perleberger, 1974 unser erster offizieller DDR-Meister im Nachwuchsbereich, muß nun mit Aufbau Brandenburg neuen Anlauf nehmen.

Die jeweils sechs Erstplazierten der bisherigen DDR-Meisterschaften der Nachwuchsspielmannszüge auf einen Blick:

1974

  1. SG Perleberg/Pritzwalk
  2. Medizin Mühlhausen
  3. TSG Lübbenau
  4. Traktor Zabeltitz
  5. Baukema Aschersleben
  6. Fortschritt Bischofswerda

1975

  1. Medizin Mühlhausen
  2. Stahl Brandenburg
  3. Empor Perleberg
  4. Stahl Hettstedt
  5. Traktor Pritzwalk
  6. Baukema Aschersleben

1976

  1. Medizin Mühlhausen
  2. Baukema Aschersleben
  3. Traktor Pritzwalk
  4. TSG Lübbenau
  5. Stahl Hettstedt
  6. Stahl Brandenburg

1978

  1. Medizin Mühlhausen
  2. Chemie PCK Schwedt
  3. Baukema Aschersleben
  4. Stahl Brandenburg
  5. Traktor Pritzwalk
  6. Chemie Geraberg

Resultate auf einen Blick

Pflicht Kür
1. Union Mühlhausen 88,00 32,90 37,50
2. Dynamo Halle 86,40 32,95 37,85
3. Chemie PCK Schwedt 83,85 31,55 36,30
4. Stahl Freital 81,40 31,05 34,95
5. Traktor Pritzwalk 81,40 30,55 34,85
6. Baukema Aschersleben 80,60 31,05 34,35
7. Stahl Brandenburg 76,55 30,35 30,20
8. Chemie Geraberg 69,85 30,90 24,55
9. Empor Perleberg 69,80 27,30 27,30
10. Aufbau Brandenburg 66,90 24,80 27,50

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DDR-Meisterschaften der Nachwuchs-Spielmannszüge im Bild

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Aufstiegsturnier der Erwachsenen-Spielmannszüge

Sehr viel Beifall für dreistimmige Trommeln

Sachsensiedlung und Lübbenau in der Sonderklasse

POKALE UND URKUNDEN haben die ersten Drei in Empfang genommen: Sachsensiedlung Mühlhausen, TSG Lübbenau und Traktor Luisenthal. Zufrieden sind die Stabführer dieser Kollektive, auch wenn sie sich hier mit ernster Miene dem Bildreporter stellen.

Wolmirstedt, die knapp 10 000 Einwohner zählende Kreisstadt nördlich von Magdeburg, erlebte das 79er Aufstiegsturnier zur Sonderklasse der Erwachsenen-Spielmannszüge. Um es gleich vorwegzunehmen: An der Ohre erklang gelungene Spielleutemusik, beschritten einige Klangkörper neue Wege, wie etwa der Lübbenauer mit dreistimmigen Trommeln bei „Musik — Musik“. Und es gab neben dem gewachsenen musikalisch-technischen Können der Kollektive der Leistungsklasse I auch einen spannenden Wettkampf, den schließlich Sachsensiedlung Mühlhausen und die TSG Lübbenau auf den beiden ersten Plätzen beendeten, die zum Aufstieg zur Sonderklasse berechtigen.

Mühlhausen hatte sich bereits nach der Pflicht mit 33,00 Punkten vor Traktor Hirschfeld (30,50), Lübbenau (30,45), Traktor Luisenthal (29,05) und Einheit Mutzschen (28,80) einen deutlichen Vorsprung erkämpft Die Musikanten aus der Spielleutehochburg Mühlhausen trugen die Pflichtmärsche (Horn — „Frisch voran“ / Flöte — „Der kreuzfidele Kupferschmied“) nahezu perfekt vor.

Der pflichtbeste Klangkörper begeisterte auch mit seinem attraktiven Kürprogramm die über 400 Zuschauer. Die in freigewählter Aufstellung dargebotenen Titel „Salut d’ Argintinil“ und „Hoch geht's her“ fanden langanhaltenden Beifall des Publikums und auch völlig verdient die höchste Wertung des tadelsfrei arbeitenden Kampfgerichtes um Hauptkampfrichter Erwin Dietrich. So war der Turniersieg Sachsensiedlung Mühlhausen nicht zu nehmen.

Aber hinter Mühlhausen spitzte sich das Geschehen in unerwartetem Maße zu. Lübbenau schob sich mit seinem eigenwilligen Vortrag von „Musik — Musik“ an die zweite Stelle. Mit 33,70 Punkten erwiesen sich die Spielleute aus Luisenthal sage und schreibe nur um 0,1 Zähler schlechter, während Hirschfeld (31,65) und vor allem Mutzschen (29,00) die Positionen nach dem Pflichtvortrag nicht ganz halten konnten. Trotzdem, die Entwicklung der Mutzschener ist beachtlich. Im Vorjahr mußte das Kollektiv im Aufstiegsturnier noch mit dem letzten Platz vorliebnehmen, diesmal gelang mit dem sechsten Rang der Anschluß an jene Klangkörper, die sich berechtigte Aufstiegshoffnungen im kommenden Jahr machen.

Enttäuscht waren die Wittenberger. Nach dem vierten Platz 1978 rutschte CMV Veritas auf den zehnten ab. Auch Sachsenring Zwickau, Einheit Tessin und Motor Barth waren mit ihren Positionen nicht so recht zufrieden.

Indes am guten Gesamteindruck des Turniers hatten auch diese Kollektive ihren Anteil, wie der Vorsitzende der Zentralen Spielleutekommission und Sektorenleiter Rainer Eidenschink feststellte.

Ein besonderes Lob verdiente sich Uwe Klein, Stellvertreter für Propaganda/Kultur in der ZSK und Vorsitzender des BFA Magdeburg, der mit zahlreichen ehrenamtlichen Helfern des Sports seines Bezirkes diesen Wettkampf organisierte.

Unverständlich dagegen war das Fehlen der Kollektive von Turbine Lauta, Einheit Perleberg, Traktor Taucha und Einheit Pritzerbe. Wenn von 14 Teilnahmeberechtigten fast ein Drittel der Klangkörper nicht zu solch einem Jahreshöhepunkt anreisen, zwingt dies zu ernsten Überlegungen.

DAS KAMPFGERICHT: HP I: Heyder (Halle), Hofmann (Geraberg), Petzold (Wurzen), Schramm (Magdeburg). HP II: Weise (Halle), Schulze (Golzow), Freitag (Radeberg), Lier (Suhl). HP III: Zander (Geraberg), M. Bielig (Halle), Irrgang (Magdeburg), Kamin (Radeberg). HP IV: Turgner (Brandenburg), Sasse (Magdeburg), S. Bielig (Halle), Nitzsche (Hasselfelde). Mandat: H. Dietrich (Leipzig), Berechnung: Knoppe (Ruhland).

HELMUT HESSE

MÜHLHAUSENER ERFOLGE AUF DER GANZEN LINIE. Wie der Triumph des Union-Nachwuchses in Freital demonstrierten auch die „Großen“ von Sachsensiedlung in Wolmirstedt, was für hervorragende Spielleutemusik in Mühlhausen gemacht wird.

Resultate auf einen Blick

Pflicht Kür
1. Sachsensiedlung Mühlhausen 84,40 33,00 35,70
2. TSG Lübbenau 80,55 30,45 33,80
3. Traktor Luisenthal 79,95 29,05 33,70
4. Traktor Hirschfeld 79,05 30,50 31,65
5. Stahl Hettstedt 74,05 27,90 31,45
6. Einheit Mutzschen 73,20 28,80 29,00
7. Sachsenring Zwickau 66,00 26,10 24,20
8. Einheit Tessin 65,10 26,10 22,60
9. Motor Barth 60,65 24,70 25,65
10. CMV Wittenberge 58,60 23,55 23,85

Turbine Lauta, Einheit Perleberg, Traktor Taucha und Einheit Pritzerbe nahmen am Aufstiegsturnier nicht teil.

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