
Am besten feiert man das mit neuen Informationen. Gesucht werden daher verstärkt fehlenden Daten, interessante Geschichten und alle Arten von Fotos, Dokumente usw., die es wert sind erhalten zu werden. Gern per Email an info@stabfuehrer.de
Der Tambour/Ausgabe 1977 01
Dies ist die originale Wiedergabe der entsprechenden Einzel-Ausgabe von „der tambour“ zum Zweck der einfachen Durchsuchbarkeit. Aus archivarischen Gründen wurde bewusst darauf verzichtet, Wortlaute zu ändern. Für die Inhalte sind die entsprechenden Original-Autoren verantwortlich. Ansichten, Meinungen oder Aufrufe spiegeln die damaligen Gegebenheiten wider und nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers!
| März 1977 | |
| Nummer: | 1/77 |
| Erschienen: | 03/1977 |
| Jahrgang: | 10 |
| Seiten: | 8 |
| Zur Übersicht aller Ausgaben | |
Seite 1
HEUTE AUF SEITE
| 3 | „tambour“-Interview: Die Bezirksproben — Zäsur vor Leipzig |
| 4 | Informationen zu den bevorstehenden Bezirksmeisterschaften |
| 7 | Effektvolle Harmonie von Sport und Musik aus der Turnfeststadt |
FZ Hoyerswerda mit 160 Turnfestmeilen
Sport wird im zentralen Fanfarenzug Hoyerswerda groß geschrieben. 32 Mitglieder dieses Klangkörpers aus dem Bezirk Cottbus bekamen als Auszeichnung für beispielhafte Einsatzbereitschaft eine Wintersportfahrt ins Osterzgebirge. Wie zu Hause im Gelände am Knappensee wollten die Sportler auch in Geising auf ihre Meilenläufe nicht verzichten. Jeder legte an einem Tag gleich fünf Turnfestmeilen zurück. Es sollen nicht die letzten gewesen sein.
Nonnenwiese wird zentraler Übungsplatz
Die Nonnenwiese, ein riesiges Areal unmittelbar am Kulturpark „Clara Zetkin“ in der Leipziger Weltvorstadt, wird zentraler Übungsplatz der Musikschau während des „VI.“. Im Stadion der Freundschaft des Stadtbezirkes Südwest entsteht ein Regieturm, der Trainingsstunden für Teilverbände der Musikschau effektiver gestaltet. Insgesamt beziehen 2152 Sportlerinnen und Sportler unseres Übungsverbandes in diesem Leipziger Stadtbezirk ihr Quartier.
Neues „Gewand“ für die Musiker
In der Gastgeberstadt des „VI.“ bereitet sich seit langem alles auf den Empfang der Teilnehmer am bisher größten nationalen Fest des Sports vor. Auch die Schulen, in denen die 4500 Mitwirkenden der Musikschau ihre Gemeinschaftsquartiere haben werden, legen ein neues „Gewand“ an. So sind bereits jetzt in der 48. Polytechnischen Oberschule in Leipzig-Schleußig alle Zimmer renoviert. Im Mai kommen die Maler nochmals, um das Schulhaus vom Keller bis zum Boden „Sportfestrein“ zu machen. Auch die Klempner ziehen ein. Sie werden neue sanitäre Einrichtungen installieren. Die „48.“ ist keineswegs eine Ausnahme. An sämtlichen Schulen wird alles auf Hochglanz gebracht.

Fanfarenzug von Dynamo Halle ruft zum Wettbewerb auf
An jedem Sonntag eine zusätzliche Übungsstunde
Beste Vorbereitung auf das „VI.“ — ein Beitrag der Hallenser Sportler zum 60. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution
Am 5. Februar felerte der Fanfarenzug der SG Dynamo Halle sein 15jähriges Bestehen. Seit langem schon gehören die Sportler aus der Saalestadt zu den führenden Klangkörpern unserer Republik. In der Feierstunde ihres Jubiläums beschlossen die Fanfarenspieler ihr Wettbewerbsprogramm zu überarbeiten, sich neue Ziele zu stellen, die ganz auf das VI. Turn- und Sportfest und die VI. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR sowie den 60. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution ausgerichtet sind. Die Hallenser rufen alle Spielleute auf, sich ihrem Wettbewerb anzuschließen. Und dies ist ihr Programm:
Jedes Mitglied des Fanfarenzuges der SG Dynamo Halle stellte sich einen persönlich-schöpferischen Plan auf, in dem alle Aufgaben konkret abrechenbar fixiert sind. Regelmäßig legen die Sportler Rechenschaft vor der Sektionsleitung über den Erfüllungsstand ihres Planes ab. Die Dynamo-Akteure beschlossen, daß alle für die Musikschau des „VI.“ berufenen Sportler die Prüfungen für das Abzeichen für gutes Wissen ablegen und die Bedingungen des bronzenen Sportabzeichens „Bereit zur Arbeit und zur Verteidigung des Friedens“ erfüllen.
Fortsetzung auf Seite 2
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Auswertung des Wettbewerbes, 4. Etappe
Erfurt wurde Etappensieger Halle aber weiter vorn Viele neue Übungsleiter
Wann holen Frankfurt/Oder, Karl-Marx-Stadt und Magdeburg ihre Rückstände auf?
Die Vorbereitung auf das „VI.“ führte zu einem spürbaren Aufschwung im sozialistischen Wettbewerb der Spielleutevereinigung im DTSB der DDR. Die im letzten Jahr gestellten Aufgaben konnten in allen Positionen erfüllt werden. Auch die Ziele in den ersten beiden Monaten des Turnfestjahres konnten wir realisieren, wenn freilich mit unterschiedlicher Qualität in den verschiedenen Bezirken. Vorbildlich arbeiteten die Bezirksfachausschüsse Cottbus, Dresden, Erfurt und Halle. Die Erfurter vollzogen zweifellos den größten Sprung in ihrer Entwicklung. Vermochten sie in der 3. Etappe des Wettbewerbes lediglich den siebenten Platz zu belegen, wurden sie gar Sieger des 4. Wettbewerbsabschnittes. In der Gesamtwertung führt noch Halle. Doch ist hier noch alles offen. Die letzte Etappe begann im Januar und wird im Juli mit Beginn des Zentralen Trainingslagers in Leipzig abgeschlossen.
Aktueller Stand im Wettbewerb der Bezirksfachausschüsse
| Platzierung |
1. Etappe |
2. Etappe |
3. Etappe |
4. Etappe |
Gesamt- punkte | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Halle | — | 1. | 1. | 5. | 26 |
| 2. | Dresden | 4. | 5. | 2. | 3. | 25 |
| 3. | Cottbus | 1. | 3. | 4. | 9. | 22 |
| 4. | Potsdam | — | 8. | 3. | 4. | 18 |
| 5. | Erfurt | — | — | 7. | 1. | 15 |
| 6. | Suhl | — | 4. | — | 2. | 14 |
| 7. | Schwerin | — | 1. | 8. | — | 14 |
| 8. | Berlin | — | — | 5. | 8. | 10 |
| 9. | Rostock | — | 7. | 6. | — | 10 |
| 10. | Gera | 2. | 6. | 12. | — | 9 |
| 11. | Leipzig | — | — | 9. | 7. | 7 |
| 12. | Magdeburg | 5. | 9. | — | 6. | 6 |
| 13. | Karl-Marx-Stadt | 3. | — | 11. | — | 5 |
| 14. | Frankfurt/Oder | — | — | 10. | — | 3 |
Was für konkrete Ergebnisse konnten erzielt werden?
- 1289 neue Mitglieder stießen zur Spielleutevereinigung. Damit erhöhte sich unsere Mitgliederstärke um 13,9 Prozent.
- 431 Sportlerinnen und Sportler qualifizierten sich zum Übungsleiter der Stufe I.
- 185 Übungsleiter erwarben die Stufe II, 30 die Stufe III.
- Dies führte zu einer wesentlichen Verbesserung in der gesamten Ausbildung, da jetzt auf 17 Sportler ein Übungsleiter kommt. Bisher war das Verhältnis 22 : 1.
- 149 Sportlerinnen und Sportler schlossen die Ausbildung zum Kampfrichter ab.
- Im vergangenen Jahr überwiesen die Mitglieder der Spielleutevereinigung 49 611 Mark auf das Konto zur Eigenfinanzierung des „VI.“.
- 40 074 Stunden leisteten wir im Rahmen der volkswirtschaftlichen Masseninitiative. Hier wurde ein Wert von 126 885 M geschaffen.
- Der Bezirk Cottbus steht mit 7320 Stunden und einem erzielten Wert von 81 650 Mark an der Spitze.
Trotz dieser vielen erfreulichen Resultate im Wettbewerb gibt es auch einige Dinge, mit denen man nicht zufrieden sein kann. In den Bezirken Schwerin, Frankfurt/Oder, Gera und Rostock wurde vor allem in der 4. Etappe der Wettbewerb nicht ausgewertet. Hier besteht Nachholebedarf. Schließlich wollen wir keinen Bezirk in unserer guten Gesamtentwicklung zurücklassen.
Wo liegen die Schwerpunkte in der abschließenden Wettbewerbsetappe?
- Im Vordergrund steht natürlich die umfassende Vorbereitung auf das VI. Turn- und Sportfest und die VI. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR. Dies erfordert die regelmäßige Teilnahme an den Übungsstunden und Mitgliederversammlungen.
- Um den Anforderungen des „VI.“ auch konditionell gewachsen zu sein, verbessern wir unsere körperliche Bereitschaft. Alle beteiligen sich am „Start mit Bronze“ und erfüllen die Bedingungen des Sportabzeichens „Bereit zur Arbeit und zur Verteidigung des Friedens“.
- In den FDJ-Gruppen beteiligen sich die Jugendlichen an den Prüfungen für das Abzeichen für gutes Wissen.
- Gewissenhafte Vorbereitung der Stützpunktproben und Bezirksmeisterschaften. Alle Kollektive nehmen an den Titelkämpfen des Bezirkes teil.
- Optimale Ausbildung und Weiterbildung der Übungsleiter und Kampfrichter.
Erfurt hat den anderen Bezirken den „Fehdehandschuh“ hingeworfen. Hoffentlich nehmen ihn alle auf.
Sektor Spielleute, Wettbewerbskommission
An jedem Sonntag eine zusätzliche Übungsstunde
Fortsetzung von Seite 1
Ab sofort erhöhen sie die Übungsstunden, um sich noch gewissenhafter auf die Tage in Leipzig vorbereiten zu können.
Bisher trainierten die Hallenser wöchentlich drei Stunden. Jetzt kommen sie in diesem Zeitraum zu fünf Übungsstunden zusammen. Dies bedeutet, daß sie sich an jedem Sonntagvormittag zu einer Stunde zusätzlich treffen. Durch eine systematische Zusammenarbeit mit ihrer Patenschule wollen die Fanfarenspieler der Händelstadt den Nachwuchszug erweitern. Bislang hat er eine Stärke von 25 jungen Sportlern. In kürzester Zeit soll diese auf 35 erhöht werden. Dynamo Halle hält schon seit langem engen Kontakt zur Patenschule, kümmert sich ständig um die Lernergebnisse und die Disziplin der Schüler, erwartet aber auch, daß die Pioniere und Mitglieder der FDJ im Dynamo-Dreß den anderen Schülern der Schule Vorbild in der gesellschaftlichen Arbeit sind.
Der richtige Rhythmus klingt am Zwinger
Der zentrale Mädchenspielmannszug des Bezirkes Dresden gehört zu den Besten seines Genres in unserer Republik. Und dies ist gewiß nicht zufällig. Am Zwinger leistet man seit Jahren eine hervorragende Arbeit, verfehlt dieser ZMS nicht seine Ausstrahlungskraft. Erst im vergangenen Jahr baten wieder 106 junge Mädchen um Aufnahme in den Dresdner Klangkörper. Jetzt verfügt er über 669 Mitglieder. Für diese jungen Sportlerinnen stehen 79 Übungsleiter zur Verfügung. Allein 1976 stellten sich wiederum 28 Sportlerinnen für diese verantwortungsvolle Aufgabe zur Verfügung. 25 von ihnen vermochten sich inzwischen zu qualifizieren.
Nicht ohne Stolz verweisen die sympathischen Dresdnerinnen auf 3637 Stunden, die sie im Rahmen der volkswirtschaftlichen Masseninitiative auf ihrem Sportfestkonto haben. Bei ihnen versteht es sich fast von selbst, daß sie über das normale Trainingspensum hinaus zusätzliche Übungsstunden bewältigen.
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„tambour“-Interview
mit RAINER EIDENSCHINK, Leiter des Übungsverbandes Musikschau
Die Bezirksproben – Zäsur vor Leipzig
- Rainer Eidenschink, im Februar überprüften in Leipzig die einzelnen Übungsverbände ihren Leistungsstand, fünf Monate vor dem VI. Turn- und Sportfest und der VI. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR. Kann man ein kleines Fazit ziehen? Wie ist das Niveau in den Klangkörpern?
„Es entspricht durchaus jenen Anforderungen, die man in der gegenwärtigen Vorbereitungsphase auf die Julitage in der Turnfeststadt stellen muß. Man spürte auf Schritt und Tritt, daß sich unsere Spielleute mit viel Fleiß, Energie und persönlichem Engagement vorbereiten. Es machte allen großen Spaß, jeder war mit Lust und Liebe dabei. Die Sportlerinnen und Sportler reduzieren ihre Präparationen auf das Fest nicht etwa nur auf das formale Erlernen des Repertoires, sondern betrachten die Vorbereitung als politische Aufgabe. Man weiß um die hohe Verantwortung, die jeder einzelne besitzt. Schließlich prägt die Musikschau die massenpolitische Aussagekraft der Sportschau wesentlich mit, würden mittelmäßige Leistungen der Spielleute die Ausstrahlung, die Wirksamkeit der Sportschau erheblich beeinträchtigen.“
- Viel Wert wird auf eine allseitige athletische Ausbildung gelegt?
„Und das aus gutem Grund. Davon einmal abgesehen, daß körperliche Betätigung, regelmäßiges Sporttreiben ohnehin zur gesunden Lebensweise, also auch zum engen Bestandteil des Trainingsprogramms der Spielleute gehören. Aber das „VI.“ wird vom Niveau, von der Bedeutung her, mit seinen Vorgängern in keiner Weise vergleichbar sein. Da ist man mit Althergebrachtem, mit routiniertem Herangehen an die Probleme, den Aufgaben mit Sicherheit nicht gewachsen. Die geistigen und körperlichen Anforderungen auch an die Spielleute werden sehr hoch sein. Deshalb muß sich jetzt die nötige Kondition geholt werden.“
- Womit?
„Es bleibt natürlich den Übungsleitern überlassen, wie ideen- und abwechslungsreich sie die Trainingsstunden gestalten. Aber das regelmäßige Meilenlaufen und das Erfüllen der Bedingungen für das bronzene Sportabzeichen gehören zum Standardprogramm.“
- Der „Start mit Bronze“ ist ja so manchem schwerer gefallen, als er dachte...
„Nicht wenige unterschätzten die Bedingungen, dachten, sie könnten sie aus dem Ärmel schütteln. Aber jetzt wird daauf trainiert, werden die Bedingungen auch mehrmals erfüllt.“
- Wie geht es jetzt unmittelbar nach dem Leipziger Trainingslager weiter?
„In den Vorbereitungen auf das „VI.“ gibt es mit den Bezirksproben eine gewisse Zäsur. Am 19. März beginnen wir in Rostock diese bedeutsame Überprüfung des Leistungsstandes, bevor wir am 16. April in Gera die Bezirksproben abschließen. Hier erhalten wir bestimmt neue Erkenntnisse, erfahren was noch zu tun ist, wo wir wenige Monate vor dem Fest stehen.“
- Den Bezirksproben folgen die Bezirksmeisterschaften.
„Diese Titelkämpfe, die einen weiteren Einschnitt auf unserem Weg nach Leipzig darstellen, finden im Mai bzw. Juni statt.“
- Der Übungsverband Osttribüne führt am 24. April im Zentralstadion einen Generalappell durch. Gibt es Ähnliches auch bei den Spielleuten?
„Wenn damit gemeint ist, ob alle 4500 Spielleute, die am VI. Turn- und Sportfest der DDR mitwirken, zum jetzigen Zeitpunkt zusammenkommen, muß ich dies verneinen. Wir haben eine andere Form der Vorbereitung, die ganz auf die Spezifika der Spielleute zugeschnitten ist. Wir kommen alle am 11. Juli nach Leipzig. Da beherrscht jede Gruppe das Repertoire perfekt, sind dann in den letzten zwei Wochen die Bewegungsabläufe zu koordinieren.“
- Während des Trainingslagers in Leipzig klagten einige Kollektive über noch fehlendes Notenmaterial.
„Diese Sportfreunde kann ich beruhigen. In den nächsten Wochen wird der Notenbedarf voll gedeckt sein.“
- Und das Instrumentenproblem. Wie sieht es hier aus?
„Auch diese Sorgen kennen wir. Das Problem kann sicher nicht von heute auf morgen gelöst, wohl aber schrittweise geklärt werden. So ist es uns gelungen, durch einen Berliner Betrieb die Reparaturkapazität zu erhöhen.“
- Es gibt aber auch Spielleute, die sich gegenseitig unterstützen.
„Ja. Die BSG Traktor Teichwolframsdorf beispielsweise half der BSG Greika Greiz mit Fanfaren aus. Wir halten dies für einen nachahmenswerten Weg.“
- Kann man zum Abschluß vielleicht einige Kollektive nennen, die sich in der Festvorbereitung besonders hervortaten?
„Bevor ich dies tue, möchte ich allen gesellschaftlichen Kräften danken, die uns vorbildlich unterstützten. Ich denke da vor allem an die SED-Stadtbezirksleitungen und Räte der Stadtbezirke in Leipzig West, Südwest und Nordost und an die Betriebe in diesen Territorien. Die besten Leistungen zum Fest soll unser Dank sein. An Kollektiven möchte ich die Fanfarenzüge von Dynamo Potsdam und Einheit Pädagogik Leipzig, das Schalmeienorchester von Aktivist Luckenau, die Spielmannszüge von Dynamo Halle, Traktor Zabeltitz und Stahl Brandenburg sowie das Fanfarenorchester von Lok Mitte Leipzig nennen. Aber auch andere, die hier nicht genannt werden konnten, verdienen unseren Respekt, unsere Anerkennung.“
Günther Gießler

wurde mit Wirkung vom 15. Februar 1977 als verantwortlicher Redakteur des „tambour“ eingesetzt. Der 39jährige Diplomjournalist ist Redakteur der „Leipziger Volkszeitung“. Er gehört seit 1965 der Partei der Arbeiterklasse an. Wir bitten, Genossen Gießler in seiner verantwortungsvollen Tätigkeit für den „tambour“ jede Unterstützung zu gewähren.
SEKTOR SPIELLEUTE
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Informationen zu den bevorstehenden Bezirksmeisterschaften
Bezirksmeisterschaften 1977 - ein Höhepunkt vor dem „VI.“
Musikalisch-technische Informationen zur Darbietung der Sportfestmusik zu den Bezirksmeisterschaften 1977

1. Die Punktwertung bei den Bezirksmeisterschaften hat keinen Einfluß auf eine Klassifizierung 1978. Es gibt in diesem Jahr weder Auf- noch Absteiger. Freilich mit einer Ausnahme: Treten Kollektive nicht zur Bezirksmeisterschaft 1977 an, steigen sie automatisch ab. Zum Übungsverband Musikschau berufene Kollektive, die an der Bezirksmeisterschaft nicht teilnehmen, werden aus dem Übungsverband abberufen (ausgenommen sind aus dieser Festlegung jene Kollektive, die an den Trainingslagern Rerik — FZ und BO — bzw. Leipzig — SZ/M Musikschau — teilnehmen und durch die jeweilige Kommission entschuldigt werden).
2.
a) Die Teilnehmer der Musikschau spielen um den Pokal der Musikschau im Bezirk.
b) Die Kollektive der Musikparade spielen um den Pokal der Musikparade im Bezirk.
c) Die Schalmeiengruppen kämpfen um den Pokal bzw. den Bezirksmeistertitel wie bisher.
- Kollektive, die keine Berufung für das „VI.“ erhielten, kämpfen um den Bezirksmeistertitel. Beherrschen sie das Repertoire der Musikparade, können sie auch am Pokalwettbewerb der Musikparade teilnehmen.
3. Bewertung
Die Bewertung erfolgt nach der Wettkampfordnung vom März 1977.
3.1. Gilt nur für 2a und 2b
Alle Schwierigkeitsgrade werden mit Null eingesetzt. In jedem Unterpunkt der Hauptpunkte II und III werden 2,5 Punkte pro Marsch vorgegeben, da laut neuer Wettkampfordnung pro Unterpunkt 10 Punkte erreichbar sind.
4. Teil A Musikschau
4.1. Die Pflichtmärsche der einzelnen Genres der Musikschau sind (Reihenfolge für Spielmannszüge in der Musikschau des VI.“):
- Geburtstagsmarsch (SZ/E)
- Arbeiterliedfolge (SZ/E)
- Kinderliedfolge SZ/E, M, N)
- Kupferschmied (SZ/E, M, N)
- Frohe Klänge (SZ/E)
- Schwarze Kerze (SZ/E, M, N)
- El condor pasa (SZ/E, M, N)
- Komm, gib mir deine Hand (SZ/E, M, N)
- Amselpolka (SZ/E, M)
- Auf Wiedersehen (SZ/E, M, N)
- Mit vereinten Kräften
- Turner auf zum Streite — Lied — (SZ/E, M, N)
Von diesen zwölf Märschen werden zur Bezirksmeisterschaft vier Titel ausgelost (Hornmärsche werden nicht getrennt ausgelost). Diese vier Titel sind von allen zur Musikschau berufenen Kollektiven des jeweiligen Bezirkes zu spielen.
Die Auslosung erfolgt getrennt nach Titeln, die im Stand bzw. in der Bewegung gespielt werden.
Folgende Einteilung macht sich erforderlich:
im Stand zu spielende Märsche:
- Kinderliedfolge
- Frohe Klänge
- Schwarze Kerze
- El condor pasa
- Arbeiterliedfolge
- Komm, gib mir deine Hand
- Abschiedsmelodie
in der Bewegung zu spielende Märsche:
- Geburtstagsmarsch
- Kupferschmied
- Mit vereinten Kräften
- Turner auf zum Streite
- Amselpolka
Drei Titel werden im Stand und ein Titel wird in der Bewegung gespielt. Die Reihenfolge analog der Auslosung. Der Marsch in der Bewegung wird zuletzt ausgelost. Zwischen den Märschen erfolgt kein Locken. Nach Beendigung eines jeden Titels werden die Flöten, Lyrenschläger und die Becken bzw. die Paukenschlägel abgenommen (kein Rühren!). Die Trommeln werden übergenommen. Durch Zeichen erfolgt neue Übernahme der Instrumente und neuer Einsatz (Trommeln werden beim ersten Marsch mit den Instrumenten übergenommen).
4.2. Vortragsweise der Titel
2.1. Geburtstagsmarsch:
Tempo 144. Jeder Teil wird nur einmal gespielt (jeweils in Klammer II , Klammer I wird ausgelassen).
2.2. Kinderliedfolge
Tempo 114.
a) Anriß „Es zogen...“ Nach Abriß dieses Teils Übergang zum 3/4-Takt. Vier Takte Pause werden durch Stabführer mittaktiert.
b) „Frühlingszeit“ im Temo 66 (3/4- Takt). Stabführung für „Frühlingszeit“: Taktschlagfigur beim 3/4-Takt des Dirigenten: 1 Abschlag, 2 Seitenschlag rechts, 3 leichter Bogen nach links aufwärts.
Taktschlagfigur beim 3/4-Takt des Stabführers: 1 Abschlag, 2 leichtes Anheben, 3 Stab nach oben führen.
Abriß (Fermate beachten). Beim Herunternehmen des Stabes sofort Einsatz Vorspiel „Blaue Wimpel“, am Schluß normaler Abriß. Tempo 114.
2.3. Frohe Klänge
Tempo 114. Kleine Trommel, Schlagzeug mit Lyren spielen, Teil 1, 2 und 3 ohne Teil 4 mit Wiederholung. Die Hörner blasen nur den 2. Teil ohne und den 4. Teil mit Wiederholung.
2.4. Kupferschmied
Tempo 114. Jeder Teil wird nur einmal gespielt (jeweils in Klammer II). Der erste Teil des Trios (40 Takte) entfällt.
2.5. Arbeiterliedfolge
Tempo 114. Wird wie in der neuen Fassung angegeben gespielt (Fassung „Brückner Juni 1976“).
2.6. Schwarze Kerze
Tempo 90. Die Stabführung bleibt dem Tempo entsprechend unverändert. Die Flöten werden vor jedem Einsatz auf- und nach dem Einsatz wieder abgenommen. Es ist auf den Abriß mit der Fermate über dem letzten Triller zu achten.
2.7. El condor pasa
Tempo 90. Die Flöten werden mit Beginn des 7. Taktes des Trommelsolos aufgenommen.
2.8. Komm, gib mir deine Hand
Tempo 114. Die Stabführung und Ordnungszeichen sind unverändert. Es ist lediglich auf die Stelle im 3/4 Takt (Tempo 66) zu achten (Taktieren wie „Frühlingszeit“).
Fortsetzung auf Seite 5
Seite 5
Informationen zu den bevorstehenden Bezirksmeisterschaften
Fortsetzung von Seite 4
2.9. Auf Wiedersehen
Tempo 66. Einsatz mit Stab auf Zählzeit 4 (wie normaler Einsatz bei einem Marsch im 4/4-Takt, mit Auftakt). Taktieren 3/4-Takt wie „Frühlingszeit“, sehr getragene Vortragsweise.
2.10. Vereinte Kräfte
Tempo 114. Im Gegensatz zur bisherigen Vortragsweise werden die Hornteile nicht mitgeblasen. Die Flöter haben an diesen Stellen (außer Teil 1, vier Takte werden hier mitgeflötet) Pause. Alle anderen Instrumente spielen wie bisher. Der Stabführer zeigt das Auf- und Abnehmen der Flöten an.
2.11. Turner auf zum Streite
Tempo 114. Die Flöten werden auf den 3. Takt des Trommelsolos zu Beginn des Titels aufgenommen und setzen auf Zählzeit 5 ein.
5. Teil B Musikparade
Informationen zur Durchführung der Bezirksmeisterschaften der Musikparadeteilnehmer sowie der Nachwuchskollektive TV/NW II, die für Leipzig nominiert sind, aber nicht an der Musikschau teilnehmen.
5.1. Musikparade — Block I (Südblock)
Im Stand:
„Der kleine Tambour“ oder „Mit vereinten Kräften“ (Losentscheidung)
In der Bewegung:
„Trommelparade“. Hier werden die Flöten auf Takt 7 des Trommelsolos aufgenommen (Stabführer zeigen Aufnehmen und Einsätze an).
5.2. Musikparade — Block II (Nordblock)
Im Stand:
„Muß i denn“ oder „Mit vereinten Kräften“ (Losentscheidung)
In der Bewegung:
„Fliegermarsch“. Vortragsweise des Marsches „Mit vereinten Kräften“ wie die der Musikschauteilnehmer, siehe Punkt 2.10.
5.3. Nachwuchs Teilverband — Nachwuchs II
(Ehemals Nachwuchs allgemein)
Alle Hornisten der Musikparade flöten die Locke mit.
6. Teilverband Nachwuchs II
(Berufene Kollektive Allgemeine Klasse)
Es werden zwei der Pflichtmärsche gesetzt. Der erstgeloste Marsch wird im Stand, der zweite in der Bewegung gespielt. „Schneidiges Bataillon“, „Kreuzfideler Kupferschmied“ und „Schwarze Amsel“ sind vorzubereiten.
(Die in dieser Ausgabe veröffentlichten Korrekturen sind verbindlich!)
SEKTOR SPIELLEUTE
Auch alle Fanfarenzüge beteiligen sich an BM 77

Zu den Bezirksmeisterschaften 1977 der Fanfarenzüge des DTSB der DDR:
1. Die Teilnahme an den Bezirksmeisterschaften ist Voraussetzung für die Mitwirkung der Kollektive am VI. Turn- und Sportfest der DDR. Das Fehlen an den Bezirksmeisterschaften zieht die Abberufung aus dem Übungsverband Musikschau nach sich. Gleichzeitig wird die Einstufung auf Grund der Wettkampfergebnisse von 1976 annulliert und die betreffenden Kollektive steigen in die nächsttiefere Klasse ab.
2. Die Kollektive der Musikschau kämpfen um den Pokal des jeweiligen Bezirksfachausschusses, die der Musikparade um den Sportfestpokal und die übrigen um den Bezirksmeisterschaftstitel.
3. Pflichtrepertoire für die berufenen Kollektive:
Kollektive der Musikschau
In der Bewegung:
Spartakiademarsch
Sportler voran
Potsdamer Dynamomarsch
Im Stand:
Potsdamer Zapfenstreich
Marschwalzer
Frohe Klänge
Vereinte Kräfte
Kollektive der Musikparade
In der Bewegung:
Potsdamer Dynamomarsch
Im Stand
Potsdamer Zapfenstreich
Marschwalzer
Vereinte Kräfte
Für die Kollektive der Musikschau wird ein B- und ein Es-Marsch im Stand gezogen. Aus den Märschen, die in der Bewegung gespielt werden, wird einer gezogen. Der Es-Marsch in der Bewegung (Umlaufrichtung links) wird auf Stabzeichen im Abrißbereich vorzeitig abgerissen.
Beispiel:
- Aufmarsch des Kollektivs, Halten
- Auf Stabzeichen Linkswendung (Antreteordnung in Linie)
- Ausrichten
- Stillgestanden
- Meldung
- Rühren lassen
- Stillgestanden
- 1. Marsch (Es-Marsch) im Stand
- Locke, Umschalten von Es auf B entsprechend der zentralen Fassung
- 2. Marsch (B-Marsch) im Stand
- Auf Stabzeichen Wendung des Kollektivs in Marschordnung
- Locke, Umschalten von B auf Es
- 3. Marsch (Es-Marsch) in der Bewegung (Umlaufrichtung links) mit vorzeitigem Abriß im Abrißbereich
Ende der Wertung
Hinweis an die Bezirksfachausschüsse: Abrißbereich so abstecken, daß sich bei größeren Kollektiven die letzten Sportfreunde nicht in der Schwenkphase befinden. Bei den Kollektiven der Musikparade wird im Stand als erster Marsch ein gezogener Es-Marsch gespielt, als zweiter im Stand „Vereinte Kräfte“. In der Bewegung mit vorzeitigem Abriß der Dynamomarsch.
Anmerkung zur Darbietung der Pflichtmärsche
a) Die Trommelnoten für „Vereinte Kräfte“ sind beim Sektor Spielleute anzufordern und unabhängig, ob das Kollektiv mit Flach- oder Hochtrommeln berufen wurde, einzustudieren und bei der Bezirksmeisterschaft darzubieten.
b) Potsdamer Zapfenstreich — Tempo 80. Die Trommelnoten sind einzustudieren und bei der Bezirksmeisterschaft vorzuführen.
c) Marschwalzer — Tempo 88. Darbietung nach Stabführung. Fanfarenhaltung leicht schräg nach unten, Fanfare mit beiden Händen haltend.
d) Frohe Klänge. Der Hornmarsch wird so dargeboten, wie es die Musikschau des „VI.“ vorschreibt.
Teil 1 ohne Wiederholung Bläser und Trommler.
Zwischenspiel
Teil 2 ohne Wiederholung Hoch- und Flachtrommler (in dieser Zeit bleibt die Fanfare auf dem Knie).
Zwischenspiel
Aufnehmen der Fanfaren
Teil 3 ohne Wiederholung Bläser und Trommler. (Abnehmen der Fanfaren an die Seite).
Zwischenspiel
Teil 4 komplett durch Hoch- und Flachtrommler
SEKTOR SPIELLEUTE
Seite 6
Vom Glockenturm zum großen Finale
4500 Spielleute wirken am VI. Turn- und Sportfest der DDR mit — Beim Finale gemeinsamer Auftritt mit Klangkörpern unseres sozialistischen Jugendverbandes


Die erste Hälfte unserer technischen Vorbereitungen auf das „VI.“ fand mit den Lehrgängen der Übungsleiter für die Musikschau Block I und II sowie der Musikparade Ende Januar ihren Abschluß. Die Lehrgänge bewiesen, daß die Übungsleiter in den zurückliegenden Monaten Hervorragendes leisteten, mit einem soliden Ausbildungsstand anreisten. Dies gestattete eine hohe Lehrgangseffektivität, da im Einstudierungsprozeß in kürzester Zeit gute Resultate erzielt werden konnten.
Das Gestalterkollektiv hat jetzt in erster Linie die Aufgabe, in den Gruppen die Übungsstunden zu besuchen, um hier an Ort und Stelle helfen zu können, bestimmte Korrekturen vorzunehmen. Bei einigen Titeln ist dies unbedingt noch erforderlich.
Im Februar-Trainingslager wurde mit dem Orchester, den Fanfaren und den Übungsleitern der Nachwuchsspielleute eine Bandaufnahme produziert, die gegenwärtig allen Bezirksfachausschüssen als verbindliches Material zum Üben zugeht. In den Bezirksproben wird das Band verwendet, wenn kein Orchester vorhanden ist.
Und nun noch etwas direkt zum „VI.“. Die zentralen Einsätze für die Spielleute sind endgültig festgelegt. Das sind die sechs Höhepunkte, an denen wir maßgeblich beteiligt sind:
- Eröffnungsfeier auf der Festwiese des Sportforums
- Fahnenweihe vor dem „Alten Rathaus“ in Leipzig
- Festzug durch das Zentrum der Turnfeststadt
- Musikschau im Zentralstadion
- Musikparade im Zentralstadion
- Großes Finale
Was erwartet uns zu den einzelnen Höhepunkten?
4500 Spielleute eröffnen am Montag, dem 25. Juli 1977, 20.30 Uhr, in einer breitflächigen Aufstellungsformation auf der Tribüne vor dem Glockenturm des Zentralstadions mit dem Marsch „Vereinte Kräfte“ das VI. Turn- und Sportfest und die VI. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR. Zum Abschluß der Eröffnungsfeier singen und spielen die 80 000 Teilnehmer gemeinsam „Turner auf zum Streite“. Die Teilverbandsleiter tragen die Verantwortung, daß jeder diese Titel auch singen kann.
Die feierliche Fahnenweihe wird von der Solofanfarengruppe eröffnet und von 400 Nachwuchsspielleuten beendet.
Im Festzug sind Blockformationen von jeweils 200 Aktiven aller Klangkörper unseres Übungsverbandes eingesetzt. Die besten Spielleute unserer Republik erhalten die ehrenvolle Aufgabe, den Festzug anzuführen.
Eingeleitet wird der Festzug durch die Solo-Fanfarengruppe, die auf 100 Sportler verstärkt, fest in das Gesamtbild auf der Gegentribüne eingebaut ist.
In der Sportschau am 30. Juli bieten 2800 Spielleute der Genres Orchester, Fanfaren und Spielleute (Erwachsene, Mädchen und Nachwuchs) ein 25minütiges Nonstop-Programm mit 17 Titeln dar, umrahmt von einer großflächigen Choreographie. Die Sportschau wird am Sonntag, dem 31. Juli, ab 14 Uhr wiederholt.
Für das große Finale muß von 700 Spielleuten und 400 Fanfarenspielern ein zusätzliches Programm erlernt werden, von dem bisher noch nicht alle Gruppen im Besitz des notwendigen Notenmaterials sind. Dieses Programm wird gemeinsam mit unserem sozialistischen Jugendverband dargeboten. Hier erwächst den Spielleuten eine ganz besondere Verpflichtung und Verantwortung, da dies gleichzeitig das Abschlußbild des „VI.“ darstellen wird.
Das Gestalterkollektiv bereitet für Ende März eine Arbeitsklausur vor, in der wir alle technischen Aufgaben exakt durchspielen.
SEKTOR SPIELLEUTE
Neueinteilung der Bereichsklassen Schalmeien
I
Empor Altentreptow
Einheit Berliner Bär
Traktor Fichtenberg
Traktor Tantow
II
Fortschritt Falkenstein
Aktivist Luckenau II
Traktor Naundorf
SG Neugersdorf
SK Pretsch
Die Einteilung der Kollektive der Allgemeinen Klasse in die Bereichsklassen erfolgte auf der Grundlage des Entwurfes der neuen Wettkampfordnung. Die hier nicht eingestuften Kollektive der Allgemeinen Klasse werden erst zugeordnet, wenn sie 1977 an den Bezirksmeisterschaften teilgenommen haben.
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Instrumenten-Bedarf schnellstens melden
Alle Klangkörper der Spielleutevereinigung möchten bitte bis zum 15. April 1977 ihren Bedarf an Musikinstrumenten für die Jahre 1978/80 an den Sektor Spielleute melden.
Unsere Anschrift: Bundesvorstand des DTSB der DDR, Abteilung Propaganda/Kultur, Sektor Spielleute, 1055 Berlin, Storkower Straße 118.
Großes Volksfest im Schönauer Park
Der Leipziger Stadtbezirk West, der während des „VI.“ die Sportler aus den Bezirken Frankfurt/Oder und Potsdam sowie Mitwirkende des Übungsverbandes Musikschau beherbergt, führt am 26. Juni im Schönauer Park ein großes Volksfest durch. An ihm nehmen gemeinsam mit namhaften Künstlern der DDR Sportler aus den Patenbezirken und unseres Übungsverbandes teil.
Künftig 2000 Lux im Zentralstadion
Im Leipziger Zentralstadion wurde eine neue, imposante Flutlichtanlage montiert, die mit 2000 Lux nahezu das Dreifache der alten Anlage (knapp 700) leistet. Die 60 m-Masten mit ihren gewaltigen Bühnen prägen das Antlitz des Sportforums.
Effektvolle Harmonie von Sport und Musik
Die Musik zum „VI.“ soll Freude und Lebensbejahung ausdrücken/ Musikschau kein „Rahmenprogramm“
Nach der Musik des Leipziger Komponisten Peter Herrmann wird die Sportschau des „VI.“ im Leipziger Zentralstadion eröffnet und auch abgeschlossen. Der 35jährige Dozent für Komposition an der Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“ gab dem Prolog, der vom Übungsverband Karl-Marx-Stadt/Gera gestaltet wird, einen festlichen Charakter. „Musik, die nicht nur unterhalten soll und nicht zu sinfonischen Charakter hat, nicht anstrengend wirkt, aber auch nicht belanglos ist“, schätzte Peter Herrmann ein. „Dabei hatte ich auch die einzelnen Übungselemente zu berücksichtigen, die ein bestimmtes Anliegen des feierlichen Eröffnungszeremoniells ausdrücken müssen. Hinzu kommt vor allem, daß eine große Gruppe von Sportlerinnen und Sportlern die Musik in einheitliche körperliche Bewegungen umzusetzen hat.“
Bei der Miniaturschau fand die Musik beim Auftraggeber, dem DTSB, sofort Anklang. Peter Herrmann hob als Voraussetzung dafür die gute Zusammenarbeit mit dem Gestalterkollektiv hervor, das ihm die einzelnen Übungen vorstellte, noch bevor er mit der künstlerischen Tätigkeit begann.
Der gute Einstand veranlaßte die Sportfestorganisatoren, Peter Herrmann auch die Musik für den Epilog zu übertragen. Zu den bekanntesten Werken Peter Herrmanns gehören eine Kammersinfonie, ein kleines Klavierkonzert für die Jugend, die Karl-Liebknecht-Kantate und die Musik zum Ballett „Die Idee“. Er ist Träger des Kunstpreises des FDGB und der Stadt Leipzig.
Der Künstler, ein Schüler von Prof. Fritz Geisler, sprach sich lobend über seine Kollegen aus, die für die anderen Übungsverbände komponierten. „Musik und Stil tragen unterschiedliche Handschriften. Das entspricht ganz dem Charakter des Sportfestes. So musizieren Tanzorchester, Blasorchester und Sinfonieorchester, alles ist sehr kontrastreich und von den Verantwortlichen sehr geschickt ausgesucht worden.“ Peter Herrmann ist nicht der einzige Leipziger Komponist, der zum Gelingen des „VI.“ beiträgt. Fred Dittrich, der Gesamtleiter für die musikalische Bearbeitung, schrieb die Melodien für den Übungsverband Jugend, Conny Odd für den der Vorschulkinder und Friedbert Groß für die Übung der Sportstudenten.

Die Abnahmeberechtigung für das Sportabzeichen kann von allen Bürgern der DDR ab 14 Jahre erworben werden. Abnahmeberechtigt sind Sportlehrer, Trainer, Kampfrichter undÜbungsleiter des DTSB der DDR sowie alle weiteren Personen, die vom DTSB-Kreisvorstand einen „Ausweis für den Abnahmeberechtigten“ erhalten haben.

Die bei der Bedingungsabnahme erbrachten Leistungen werden durch den Abnahmeberechtigten als Punktwert eingetragen.
Die Bewerberkarten — die hier abgedruckte besitzt Gültigkeit — sind über die DTSB-Kreisvorstände zu beziehen. Alle Bedingungen müssen innerhalb von zwölf Monaten erfüllt sein.
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Licht und Schatten zwischen Seehausen und Wismar
Kürzlich fanden Übungsleiterlehrgänge der Musikparade II und der Musikschau, Gruppe II, statt. Völlig zurecht freute man sich über das weiter gestiegene Niveau der Übungsleiter, lobenswert ihre theoretischen Präparationen, vorbildlich die Mitarbeit und Disziplin der Sportlerinnen und Sportler. Doch blieb das Licht leider nicht ohne Schatten, wenn man die Anwesenheitsliste näher betrachtet. Waren Übungsleiter vom KSZ Seehausen, der Baukema Aschersleben, aus Ziegelrode, Golzow oder Babelsberg, um nur einige zu nennen, zahlreich vertreten, glauben offensichtlich jene der TSG Wismar, der SG Mittenwalde und des Bezirkes Cottbus vor dem Sportfest nichts mehr lernen zu müssen. Oder wie ist ihr Negieren des Lehrgangs sonst zu Verstehen? Vielleicht lassen sie es dem Sektor Spielleute und den Lesern des „tambour“ wissen:
Wir bitten darum!
„Volles Haus“ in der Sportschule Werdau
Im Gegensatz zur Einstellung einiger Übungsleiter aus Sportgemeinschaften der Nordbezirke, nutzten jene aus den Bezirken Leipzig, Karl-Marx-Stadt, Erfurt, Gera und Suhl die Möglichkeit, ihr Wissen an der Sportschule des DTSB in Werdau zu vertiefen. Die Übungsleiter gehen bestens gerüstet in die letzten Wochen vor Bezirksprobe und Bezirksmeisterschaft.
Wanderpokal für die besten Brandenburger
In der BSG Stahl Brandenburg erhält der beste Spielmann des NSZ und des ERZ einen Wanderpokal, der monatlich neu vergeben wird. Bewertungskriterien sind die Wettbewerbsverpflichtungen zum „VI.“. Sauberes, notengerechtes Spiel, Pünktlichkeit bei Auftritten und zu den Übungsstunden, Gesamtdisziplin, Patenschaften für technisch noch nicht so gut Spielende und regelmäßige sportliche Betätigung stehen dabei im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Offener Brief
der Kommission Fanfaren an alle Fanfarenzüge des DTSB der DDR
Liebe Sportfreundinnen und liebe Sportfreunde!
Nur noch wenige Monate trennen uns vom VI. Turn- und Sportfest und der VI. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR in Leipzig. 19 Fanfarenzüge unserer Republik haben die ehrenvolle Berufung erhalten, an den Festtagen der Körperkultur und des Sports teilzunehmen. Seit über einem Jahr wird systematisch trainiert, bereiten sich alle mit viel Eifer, Engagement und Freude auf die Julitage vor. Natürlich bleibt trotz allem noch eine Menge zu tun, muß die verbleibende Zeit intensiv genutzt werden, um unseren Auftrag in Ehren zu erfüllen.
Wir glauben, daß jene das beste „Sportfestformat“ erreichen, die im Wettbewerb auf sehr gute Ergebnisse verweisen können. Deshalb bildet die massenpolitische Arbeit in den Zügen, die Erfüllung der Arbeitspläne, der Kampf um den Ehrennahmen „Artur Becker“, die Grundlage für die Vorbereitungen auf das bisher größte nationale Ereignis in unserer Sportgeschichte.
Die Tage in Leipzig werden auch an die Fanfarenzüge völlig neue Anforderungen stellen, Anforderungen, die mit denen bei bisherigen Turn- und Sportfesten nicht vergleichbar sind. Dies ist in psychischer und physischer Hinsicht so. Also muß auch die Vorbereitung entsprechend vielseitig sein, wird auf eine allgemein athletische Ausbildung genauso Wert gelegt wie auf das Beherrschen des musikalischen Repertoires. In den FDJ-Aktiven und Fanfarenzügen sollte regelmäßig die Turnfestmeile gelaufen, müßten kontinuierlich die Bedingungen für das bronzene Sportabzeichen erfüllt werden. Wenn von kontinuierlich die Rede war, heißt dies, daß man die Bedingungen für „Start mit Bronze“ in bestimmten Abständen in Angriff nimmt. Bei vorbildlicher Disziplin und Einsatzbereitschaft wollen wir uns weiter auf das „VI.“ vorbereiten.
Die musikalisch-technische Ausbildung muß natürlich jetzt auf höherem Niveau erfolgen. Dazu ist das Beherrschen des Pflichtprogramms erforderlich. In das Repertoire der Musikschau, Musikparade und der Abschlußveranstaltung dringen wir jetzt alle tiefer ein. Der Schlußchor über Schillers Ode „An die Freude“ aus Beethovens 9. Sinfonie steht jetzt mit im Mittelpunkt des musikalischen Lernprozesses. Im Trainingslager der 830 Sportfreunde vom 8. bis 14. Mai in Rerik sowie bei den Bezirsksmeisterschaften legen wir Rechenschaft über die bisher geleistete Arbeit ab.
Von der Teilverbandsleitung sollt Ihr in Eurer wichtigen Tätigkeit jede Unterstützung erhalten. Dies setzt natürlich voraus, daß die 19 Kollektive ständig im Kontakt mit der Teilverbandsleitung stehen, regelmäßig über den Stand der Vorbereitungen auf das „VI.“ informieren. Aber bislang erreichten uns erst fünf Kampfprogramme und sieben Rückmeldungen über das bisher Erreichte. Hier müßte im Interesse unserer gemeinsamen Aufgabe die Mitarbeit schnellstens verbessert werden.
In den verbleibenden Wochen wünschen wir allen Spielleuten viel Erfolg bei den Präparationen auf das Großereignis in Leipzig. Nutzt die öffentlichen Auftritte zur Demonsiration Eures hohen musikalischen und sportlichen Könnens.
Mit sportlichen Grüßen
Kommission Fanfaren
Leo Ertel, Vorsitzender
Herausgeber: Zentrale Spielleutekommission im DTSB der DDR, Berlin — Verantwortlicher Redakteur: Günther Gießler — Veröffentlicht unter der Lizenz-Nr. 698 des Presseamtes beim Vorsitzenden des Ministerrates der DDR — Satz und Druck: VEB Verlagsdruckerei Typodruck-Schaubek, Bereich Döbeln III-8-4
