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Der Tambour/Ausgabe 1979 11
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| Nummer 11/1979 | |
| Nummer: | 11/79 |
| Erschienen: | November 1979 |
| Jahrgang: | 12 |
| Seiten: | 8 |
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Seite 1

HEUTE AUF SEITE
| 2 | Die Aufgaben der Spielleute im Wettbewerb 1980 |
| 4 | 30 Weidenplanschüler standen am Anfang |
| 6 | Fachleute mit Lyra und Maurerkelle |
Neue Übungsleiter im Bezirk Dresden
Für die Spielleute des Bezirkes Dresden fand im Oktober in Zabeltitz ein Lehrgang zum Erwerb der Übungsleiter-Qualifikation der Stufe I statt. 29 Sportlerinnen und Sportler waren der Einladung gefolgt. Dies bedeutete seit langem die höchste Teilnehmerzahl bei Lehrgängen solcher Art im Bezirk Dresden. Der erfreuliche Zuspruch brachte einige organisatorische Probleme mit sich, die aber durch die sehr gute Vorbereitungsarbeit der Zabeltitzer Spielleute mit Lehrgangsleiter Horst Schulze an der Spitze bewältigt wurden.
(Fortsetzung auf Seite 6)
Seite 2
Die Aufgaben der Spielleute im sozialistischen Wettbewerb 1980

Die 5. Tagung des DTSB-Bundesvorstandes würdigte die guten Leistungen der sozialistischen Sportorganisation im Wettbewerb zum 30. Jahrestag der Gründung unserer Republik. Die Spielleute des DTSB der DDR haben an dieser erfolgreichen Bilanz ihren Anteil. Auf dem Erreichten aufbauend steckte der Bundesvorstand die neuen, höheren Aufgaben unserer Sportorganisation ab. Er faßte bedeutsame Beschlüsse, die weit über das Jahr 1980 hinausragen. So wurde das VII. Turn- und Sportfest und die IX. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR vom 25. bis 31. Juli 1983 in Leipzig beschlossen, der Sportplan 1980 verabschiedet und mit einem Beschluß über die Auszeichnung mit dem Titel „Vorbildlicher Übungsleiter des DTSB der DDR“ die verdienstvolle Tätigkeit dieser unentbehrlichen Helfer des Sports besonders hervorgehoben.
Gerade in der Vorbereitung auf den 30. Jahrestag haben wir Spielleute bewiesen, daß sich der Wettbewerb und Leistungsvergleich als entscheidende Leitungsmethode bei der Entfaltung vieler Initiativen und Ideen bewähren. Dabei gehen wir von der Erkenntnis aus, daß dies Anforderungen an die ideologische Arbeit stellt. Jetzt kommt es darauf an, bei der weiteren Erfüllung der Beschlüsse des IX. Parteitages der SED und der 11. ZK-Tagung, des VI. Turn- und Sporttages des DTSB und der 5. Tagung des DTSB-Bundesvorstandes sowie des Sekretariats des DTSB-Bundesvorstandes vom 17.. Oktober 1978 zur Weiterentwicklung der Spielleutebewegung neue vielfältige Aktivitäten an den Tag zu legen.
Spielleute des DTSB — sozialistische Persönlichkeiten
Gegenwärtig verstärken die imperialistischen Mächte um die USA und BRD ihre antikommunistische Hetzkampagne, besonders gegen die Sowjetunion, weil sie der afghanischen Volksmacht entsprechend gemeinsamer Verträge politische, ökonomische und militärische Unterstützung gewährt. Die Verschärfung der Klassenauseinandersetzung zwischen den beiden Weltsystemen sollte uns Anlaß sein, noch wirksamer alle Spielleute zu sozialistischen Persönlichkeiten zu erziehen, zu Spielleuten, die sich stets und ständig für ihr sozialistisches Vaterland einsetzen, die alles zu seiner Stärkung und Festigung tun. Wir Spielleute wollen an der Festigung der engen Verbundenheit mit der Sowjetunion und den anderen Ländern unseres Bruderbundes als sozialistische Patrioten und proletarische Internationalisten mitwirken, jederzeit aktiv für Frieden und Völkerverständigung eintreten.
Deshalb nimmt die Mitgestaltung am 35. Jahrestag der Befreiung unseres Volkes vom Faschismus durch die ruhmreiche Sowjetarmee einen bedeutsamen Anteil der politisch-ideologischen Arbeit der Spielleute im Jahre 1980 ein. In unseren Sektionen und Klangkörpern gestalten wir Mitgliederversammlungen unter dem Motto „35. Jahrestag der Befreiung des deutschen Volkes vom Hitlerfaschismus durch die ruhmreiche Sowjetarmee — 35 Jahre brüderliche Zusammenarbeit mit der Sowjetunion“.
Um dem Anspruchsniveau an die Spielleute gerecht zu werden, stellen wir uns im sozialistischen Wettbewerb höhere Ziele. Unser Leistungsvergleich soll — gemäß den Leninschen Prinzipien — öffentlich geführt und konkret abrechenbar gestaltet sein.
Welche Schwerpunkte bestimmen 1980 unsere Wettbewerbstätigkeit?
(1) Fest verbunden mit der Partei der Arbeiterklasse, der SED, und unserem Staat, setzen sich die Spielleute mit ganzer Kraft für die Verwirklichung der Beschlüsse des IX. Parteitages der SED ein.
Dem Grundgedanken der Losung „Bereit zur Arbeit und zur Verteidigung der Heimat“ folgend, tragen die Spielleute mit neuen Taten und hohen Leistungen in der Schule, im Beruf und im Sport zur weiteren allseitigen Stärkung und zur Verteidigung unserer Republik bei.
(2) In Wahrung und Fortführung der fortschrittlichen und humanistischen Traditionen der deutschen Turn- und Sportbewegung sowie des revolutionären und sozialistischen Liedgutes erhöhen die Klangkörper der Spielleutebewegung ihre Wirksamkeit und Ausstrahlungskraft als Agitatoren und Propagandisten der sozialistischen Körperkultur in der DDR.
Hohe Einsatzbereitschaft und Disziplin, ein umfangreiches Repertoire und ausgezeichnete musikalisch-künstlerische Leistungen sind der Maßstab für alle Spielleute.
Mit Freude und hohem Niveau bereiten wir das „VII.“ vor
(3) Unter dem Leitgedanken „Für Gesundheit, Erholung und Lebensfreude, für Leistungsfähigkeit und Leistungsstreben, für Frieden und Sozialismus! Treibt alle Sport!“ beginnen wir mit der Vorbereitung des VI. Turn- und Sportfestes und der IX. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR. Das Nationalfest unserer Körperkultur soll zu einem eindrucksvollen Bekenntnis auch der Spielleute zur Par-
(Fortsetzung auf Seite 3)
DER FANFARENZUG des Pionierhauses Hoyerswerda schaffte nach dem Aufstieg in die Sonderklasse auf Anhieb mit dem dritten Rang einen Medaillenplatz (Foto auf Seite 1). Cornelia Bols gehört zu den fleißigen Spielleuten dieses hoffnungsvollen Klangkörpers.
Seite 3
Die Aufgaben...
(Fortsetzung von Seite 2)
tei der Arbeiterklasse und zu unserem sozialistischen Vaterland werden. Dafür all unsere Kraft und Ideen.
(4) Die Initiativen aller Spielleute sind weiter auf die Stärkung der Spielleutebewegung des DTSB der DDR und die aktive und regelmäßige Teilnahme am Übungs- und Wettkampfbetrieb zu richten. Im Jahre 1980 gestalten wir das V. Freundschaftsfestival der FDJ und des Leninschen Komsomol Pfingsten in Karl-Marx-Stadt, die 18. Arbeiterfestspiele in Rostock sowie die Werner-Seelenbinder-Ehrungen, die Kinder- und Jugendspartakiaden in den Kreisen und Bezirken und die Kreissportfeste der Werktätigen mit. Alle Auftritte bereiten wir intensiv vor und führen sie mit hohem Niveau und großer Wirksamkeit durch.
(5) Wir stellen uns 1980 das Ziel, 500 neue Mitglieder als aktive Spielleute zu gewinnen, durch eine attraktive Übungs- und Wettkampfgestaltung die Fluktuation im Erwachsenenbereich erheblich zu mindern und die Klangkörper vor allem in den Genres Fanfarenzüge, Schalmeienkapellen und Blasorchester zu stabilisieren.
(6) Die Tätigkeit und die Qualifizierung der Übungsleiter, Stabführer und Kampfrichter ist wirkungsvoller zu unterstützen. Die Zentrale Spielleutekommission stellt sich das Ziel, 1980 15 Übungsleiter in der Stufe III, 80 in der Stufe II und 60 Kampfrichter auszubilden sowie die Weiterbildungsmaßnahmen von Übungsleitern und Kampfrichtern planmäßig zu realisieren.
Die Zentrale Spielleutekommission unterstützt Qualifizierungsmaßnahmen der Bezirksfachausschüsse.
(7) Die Ansprüche an die Fitneß und Athletik eines guten Spielmannes werden immer höher. Und dies besonders, wenn an die Aufgaben des VII. Turn- und Sportfestes der DDR gedacht wird. Deshalb treibt jeder Spielmann regelmäßig Sport, gehört die körperliche Ertüchtigung zum Bestandteil jeder Trainingsstunde. Alle Spielleute erfüllen die Bedingungen für das Sportabzeichen in einer der drei Stufen.
(8) Die Aktivitäten im Wettbewerb „Schöner unsere Städte und Gemeinden — mach mit!“ sind weiter zu erhöhen und konkret abzurechnen. Dazu gehören auch die Pflege- und Reparaturarbeiten an Instrumenten, Ausrüstungen und an der Kleidung. Die materiellen und finanziellen Mittel sind effektiv zur Aufgabenerfüllung einzusetzen. Die Eigeneinnahmen sind zu erhöhen, die Beiträge regelmäßig und in richtiger Höhe zu entrichten. Es ist ein Spendenaufkommen pro Mitglied von 5,50 Mark zu erzielen.
(9) Die DTSB-Wahlen, die am 15. November 1980 beginnen, sind politisch-organisatorisch und kadermäßig langfristig vorzubereiten. Sie sollen zur Festigung bestehender Sektionen und Kreisfachausschüsse beitragen und zur Bildung neuer Sektionen und Kreisfachausschüsse genutzt werden.
(10) Die Zentrale Spielleutekommission ehrt die Schrittmacher des sozialistischen Wettbewerbes im Dezember 1980 und zeichnet den besten Bezirksfachausschuß und die besten Sektionen aus.
ZENTRALE SPIELLEUTEKOMMISSION
Aus dem Sportplan des DTSB der DDR
- Die Basis des DTSB ist planmäßig zu festigen und zu verbreitern, 90 000 neue Mitglieder sind zu gewinnen
- Die bestehenden Sektionen stabilisieren und durch neue Übungsgruppen und Mannschaften erweitern
- Der Kinder- und Jugendsport ist als vorrangiges Anliegen des DTSB zielstrebig weiter zu entwickeln
- Verstärkte Anstrengungen sind zu unternehmen, um das regelmäßige außerunterrichtliche Sporttreiben für alle Lehrlinge, insbesondere das Angebot geeigneter Wettkämpfe, zu organisieren
- 30 000 Veranstaltungen für die Erfüllung der Bedingungen des BAV sind zu organisieren
- Jede Sportgemeinschaft sollte dazu jährlich mindestens zwei Veranstaltungen organisieren
- In Zusammenarbeit mit Komitees Antifaschistischer Widerstandskämpfer sind in den Kreisen, Sportgemeinschaften und Bezirken niveauvolle Ehrungen Werner Seelenbinders und der anderen Helden des antifaschistisehen Widerstandskampfes durchzuführen

Ohne sie geht nichts
Es spricht für sich, daß Marita Koch oder Barbara Krause, Bernd Drogan oder Siegfried Brietzke und all die anderen erfolgreichen Sportler unseres Landes nach Medaillengewinnen bei Olympischen Spielen, Welt- oder Europameisterschaften einem immer wieder besonders danken — ihrem ersten Übungsleiter. Er, der seine wichtige ehrenamtliche Tätigkeit praktisch außerhalb des Blickfeldes der Öffentlichkeit leistet, auch an Wochenenden bei Wettkämpfen seines Zöglings dabei ist, legt die Grundlagen für das hohe Niveau unseres Sports.
Aber natürlich steht und fällt mit dem Können, pädagogischem Geschick und der Einsatzbereitschaft des Übungsleiters nicht nur die Qualität des Nachwuchsleistungssports, im gesamten Trainings- und Wettkampfbetrieb des DTSB ist der Übungsleiter unentbehrlich. Welche Töne würden wir Spielleute zustande bringen, hätten wir nicht die vielen fleißigen Übungsleiter mit ihren hohen musikalischen Fähigkeiten zwischen Wolgast und Mühlhausen, Rübeland und Oberlichtenau. Ohne sie wäre Spielleutemusik undenkbar, ein geregelter Wettkampfbetrieb unmöglich.
Die Tätigkeit des Übungsleiters genießt hohen gesellschaftlichen Wert und verdient zurecht Anerkennung. Dies noch ’mal in die Ohren jener Betriebs- oder Schuldirektoren, die das „Beschäftigen mit dem Sport“ als „vergnügliches Hobby“ herunterspielen wollen, die Arbeit des Übungsleiters in der Vielfalt gesellschaftlichen Wirkens unter „ferner liefen“ einordnen.
Der DTSB-Bundesvorstand beschloß, das Engagement des Übungsleiters auf besondere Weise zu ehren. Für langjährige verdienstvolle Tätigkeit als Übungsleiter unserer sozialistischen Sportorganisation wird der Titel „Vorbildlicher Übungsleiter des DTSB der DDR“ verliehen. Eine Auszeichnung, die den Respekt und die hohe Wertschätzung verdeutlicht, die wir in unserer Gesellschaft dem Übungsleiter entgegenbringen.
GÜNTHER GIESSLER
Seiten 4 & 5
Vorgestellt: SG Dynamo Halle

30 Weidenplanschüler standen am Anfang
1961, Weidenplanschule in Halle. Diplomsportlehrer Werner Dlubeck möchte die Vielfalt des außerunterrichtlichen Sports in der SSG erweitern. Und er will eine Sektion bilden, die in der Stadt des Roten Trompeters auf große Traditionen in der Arbeitersportbewegung zurückblicken kann. Von einem Spielmannszug ist hier die Rede. Werner Dlubeck suchte von der 6. Klasse an aufwärts sportbegeisterte, an Spielleutemusik interessierte Mädchen und Jungen. Und er brauchte nicht lange zu suchen. 30 Weidenplanschüler meldeten sich sofort zur ersten Übungsstunde. Instrumente standen zur Verfügung. Dem Aufbau eines Spielmannszuges stand nichts mehr im Wege.
Notenkenntnisse brachte zunächst keiner mit
„Wir begannen ohne Noten, spielten nur nach Gehör“, erinnert sich Werner Czerwinka, der wie einige andere auch noch heute zum festen Bestand des Hallenser Klangkörpers zählt. „Vielleicht kann man es mit einem Schwimmschüler vergleichen, der erstmals mit dem Wasser Bekanntschaft schließt, während wir heute, um im Bild zu bleiben, Saltowenden und Delphinbeinschlag beherrschen.“ Als Stabführer fungierten zu jener Zeit die Söhne des 1969 leider viel zu früh verstorbenen Werner Dlubeck, Wolfgang und Jürgen.
Bald musizierten über 140 Mädchen und Jungen
Nachdem 1962 eine komplette 6. Klasse zu den Hallenser Spielleuten stieß, der Klangkörper in der Chemie-Metropole immer populärer wurde, musizierten schließlich 1967 über 140 Mädchen und Jungen aus fünf Schulen in der inzwischen von der SG Dynamo übernommenen Sektion. Eine Einstufungskommission hatte 1966 das Nachwuchs-Kollektiv in die höchste Klasse beordert. Bei der DDR-Bestenermittlung in Eisleben belegten die Hallenser auf Anhieb Platz 2 hinter dem siegenden Zug aus Oschersleben. Zwei Pflichtdurchgänge und ein Kürdurchgang mußten damals absolviert werden. Und dies auch nur im Stand auf einer Eislebener Bühne.
Der unerwartete Erfolg verstärkte die Trainingsbemühungen der Spielleute von Dynamo. Und der Lohn blieb nicht aus. In den beiden folgenden Jahren vermochte man jedesmal DDR-Bester zu werden. Beim Nachwuchs, wohlbemerkt. Bei den Erwachsenen gab man 1970 zur 1. offiziellen DDR-Meisterschaft in Apolda den Einstand. Auf Rang 4 hinter Medizin Mühlhausen, Motor Lauchhammer und Motor Zeitz hätte er kaum eindrucksvoller verlaufen können. Klammert man 1974 einmal aus, schafften die Hallenser dann in jedem Jahr einen Medaillenplatz. Der Höhepunkt war natürlich 1978, als es Dynamo Halle gelang, die Siegesserie der Mühlhausener zu unterbrechen und den Meistertitel in die Händelstadt zu holen. Aber vom musikalischen Leistungsvermögen her kaum geringer, muß man den Auftritt zur 79er DDR-Meisterschaft in Taucha werten, wo nach imponierendem Zweikampf mit Union Mühlhausen der Vizemeister blieb.
Und dann der Auftritt am Rande des Urals
Das Jahr 1979 brachte auch den ersten Auslandsstart der Hallenser. Er führte Dynamo innerhalb einer Sportlerdelegation des Chemie-Bezirkes in die Partnerstadt, nach Ufa, am Rande des Urals. „Der Aufenthalt in der Metropole der Baschkirischen ASSR und in Moskau, das wir auf dem Rückflug kennenlernten, wird uns allen unvergessen bleiben“, schwärmte Werner Czerwinka. Bei ihren Auftritten in Ufa und Kummertow, fünf Autostunden von der Baschkirischen Hauptstadt entfernt, ernteten die Hallenser viel Szenenapplaus.
Indes auf ihrem Lorbeer ruhen sich die Dynamos nicht aus. Drei Stunden wöchentlich trainieren die Hallenser mit höchster Intensität. Unmittelbar vor Titelkämpfen erhöht der Klangkörper den Trainingsumfang erheblich, wobei in der letzten Woche vor der Meisterschaft zu täglichem Üben im Kollektiv übergegangen wird.
Und hier liegt vielleicht eines der „Geheimnisse“ der Hallenser, daß nahezu alle Mitglieder des Klangkörpers die Trainingsstunden besuchen, auch wenn dies nicht immer einfach ist. So gehören Schichtarbeiter wie Wolfgang Heyder, Anlagenfahrer in Buna, oder die Kindergärtnerin Beate Richter zum Zug. Unmittelbar nach Dienstschluß fahren sie direkt zur Übungsstunde, um ihren Anteil an der weiteren Verbesserung des musikalisch-technischen Könnens des Klangkörpers zu leisten. „Ich glaube, daß vor allem in den Rhythmusinstrumenten noch Reserven vorhanden sind“, urteilte Werner Czerwinka. „Durch zusätzliches Schlagen mit den Stöcken an die Trommelkanten lassen sich verschiedene Klangfarben, optisch effektvolle Wirkungen erzielen.“
Auch in einigen anderen Sportarten zuhause
Aber auch andere sportliche Betätigung kommt nicht zu kurz. Uwe Maier beispielsweise ist ein guter Judoka, Frank Puffky sogar Spartakiadesieger. Simone Fischer betreibt Leichtathletik, Marco Ossig boxt, Mechthild Müller reitet. Und im Trainingslager wird natürlich täglich Fußball gespielt. Harald Ebert, der Mann am Becken, ist hier allererste Wahl. Auch Frank Puffky, Werner Czerwinka und Torsten Prinz verstehen mit dem Ball sehr gut umzugehen.
Das Nachwuchskollektiv spielt sogar vor jeder Übungsstunde Fußball. Auch dieser Klangkörper hat eine bemerkenswerte Entwicklung genommen, die nach dem Aufstieg in die Sonderklasse sofort den zweiten Platz in der DDR-Meisterschaft brachte.
Übrigens auch dies ist leider noch nicht alltäglich: Bei bedeutsamen Wettkämpfen wie DDR-Meisterschaften nimmt das Erwachsenen-Kollektiv am Vorabend keinen Tropfen Alkohol zu sich. Und der Nachwuchs ist natürlich spätestens 22 Uhr in den Betten verschwunden. Scheinbar nebensächliche Dinge, die aber bezeichnend für die hohe Disziplin der Spielleute von Dynamo Halle sind. Und erst solch eine Disziplin öffnet den Weg zur Meisterschaft in musikalisch-technischer Hinsicht.
GÜNTHER GIESSLER
DDR-Meister 1978 und Vizemeister 1979 der Erwachsenen-
Eckhard Bergmann, Flöte
Gabriele Bergmann, Flöte
Mario Bielig, Flöte
Silvia Bielig, Lyra
Werner Czerwinka, Stabführer
Harald Ebert, Becken
Olaf Große, Trommel
Frank Hagemann, Trommel
Jürgen Heyder, Flöte
Petra Heyder, Flöte
Wolfgang Heyder, Flöte
Wolfgang Jäntsch, Flöte
Peter Jörkel, Trommel
Beate Knietsch, Trommel
Heike Knizia, Flöte
Peter Krause, Trommel
Uta Krell, Lyra
Roland Lange, Flöte
Uwe Maier, Flöte
Gerhard Müller, Flöte
Mechthild Müller, Flöte
Marco Ossig, Flöte
Peter Patenge, Trommel
Thomas Pfeiffer, Trommel
Torsten Prinz, Flöte
Djamila Puffky, Flöte
Frank Puffky, Flöte
Thomas Reuß, Trommel
Beate Richter, Lyra
Frank Richter, Flöte
Bodo Schulz, Trommel
Uwe Schulze, Trommel
Ditmar Seydewitz, Große Trommel
Frank Thrun, Flöte
Peter Wild, Flöte
DDR-Vizemeister 1979 der Nachwuchs-Spielmannszüge
Frank Bergmann, Flöte
Heike Bertram, Flöte
Dirk Beyer, Große Trommel
Mario Böhme, Flöte
Simone Fischer, Lyra
Fred Friedenberger, Trommel
Ralf Jackl, Flöte
Thomas Kottewitz, Flöte
Ute Lehmann, Flöte
Babetta Müller, Trommel
Cornelia Müller, Lyra
Torsten Ossig, Becken
Frank Osterrieder, Trommel
Antje Poppe, Flöte
Andreas Puchert, Trommel
Cornelia Rauchfuß, Stabführer
Kerstin Richter, Flöte
Frank Rudeck, Flöte
Simone Schindler, Flöte
Torsten Scholz, Flöte
Katrin Stock, Flöte
André Striesenow, Trommel
Peter Wiegand, Flöte
Mathias Winkler, Trommel
Heidrun Zemski, Lyra
Kathrin Ziekler, Flöte
IM BLICK

Werner Czerwinka
Als 12jähriger war er 1961 dabei, als der Spielmannszug der SSG Weidenplanschule Halle gegründet wurde. Dem begeisterten Fußballspieler imponierte die Spielmannsmusik von Anfang an, er war Feuer und Flamme, als ihm bei Werner Dlubeck die erste Trommel anvertraut wurde. So gehörte Werner Czerwinka zu jenem Kern, aus dem sich später in der SG Dynamo Halle einer der besten Klangkörper unseres Landes entwickelte.
1969, der gelernte Elektromonteur hatte gerade seinen Ehrendienst in der NVA beendet, tauschte er seine Trommel gegen den Tambourstab ein. Seither gibt Werner Czerwinka im wahrsten Sinne des Wortes den Ton an im Spielmannszug von Dynamo Halle. Und Werner ist auch ein Beispiel dafür, das man in Halle nicht „nur“ auf gute Musik großen Wert legt, sondern auch dem „Drumherum“, dem Kollektivgeist, viel Aufmerksamkeit widmet. Werner Czerwinka ist nämlich einer von den zwölf Spielleuten der Hallenser Dynamos, die sich im Spielmannszug kennenlernten und den Bund fürs Leben schlossen. Werner Czerwinka heiratete 1972 Uljana Engelmann, Trommlerin des Klangkörpers.
Wo sich solche Verbindungen entwickeln, wie gesagt, in Halle gab es bislang sechs klassische Spielleute-Ehen, muß eine vorbildliche Atmosphäre im Kollektiv vorhanden sein. Werner sorgte mit Uljana inzwischen auch für Spielleutenachwuchs. Sandra ist sieben Jahre alt, während der dreimonatige Werner Junior mit seiner „Musik“ noch ein bißchen warten muß, bevor er die Ansprüche im Kollektiv unseres Vizemeisters zu erfüllen vermag.
Werner Czerwinka, überzeugter Nichtraucher, was ihn noch sympathischer macht, leitet nicht nur den Erwachsenen-Spielmannszug, er ist auch Sektionsleiter bei Dynamo Halle. Sein hohes Können und das große Vertrauen, das man ihm entgegenbringt, wird in der Berufung zum Vorsitzenden der Kommission Spielmannszüge Erwachsene der ZSK deutlich. Im Frühjahr 1979 bat Werner Czerwinka um Aufnahme als Kandidat in die Partei der Arbeiterklasse. Er ist gegenwärtig im DTSB-Bezirksvorstand Halle für die Spielleute des Chemiebezirkes verantwortlich.
Die Übungsleiter
Mario Bielig
Werner Czerwinka
Jürgen Heyder
Wolfgang Heyder
Roland Lange
Gerhard Müller
Peter Patenge
Auszeichnungen
- Artur-Becker-Medaille in Silber (1971)
- Kollektiv des künstlerischen Volksschaffens (1977)
- Ehrennadel des DTSB der DDR in Silber (1978)
- Ehrennadel der Sportvereinigung Dynamo in Gold (1979)
Größte sportliche Erfolge:
1970: DDR-Meisterschaft, 4. Platz
1971: DDR-Meisterschaft, 3. Platz
1972: DDR-Meisterschaft, 2. Platz
1974: DDR-Meisterschaft, 5. Platz
1975: DDR-Meisterschaft, 2. Platz
1976: DDR-Meisterschaft, 2. Platz
1978: DDR-Meisterschaft, 1. Platz
1979: DDR-Meisterschaft, 2. Platz

